Kurzbericht des Teilpojektes A02
Leitfaden für die Erfassung und Bewertung
der Materialien eines Abbruchobjektes

 

In der Kreislaufwirtschaft sollen die mineralischen Baustoffe aus Abbruchmaßnahmen möglichst vollständig und auf hohem Qualitätsniveau verwertet werden. Um aus Betonabbruch hochwertigen Rezyklat-Splitt herzustellen, muß der Altbeton - entsprechendes gilt für die Verwertung der anderen Baustoffe - schon beim Abbruch möglichst sortenrein gewonnen werden. Der bislang zumeist praktizierte undifferenzierte Abriß muß durch den systematisch geplanten und durchgeführten Rückbau ersetzt werden. Dazu ist, abweichend von der in der Vergangenheit üblichen Vorgehensweise beim Abbruch von Bauwerken, der gesamte Prozeß zur Gewinnung des Rezyklat-Splittes systematisch zu planen und zu gestalten.

Die Inhalte der Planungsprozesse für einen kontrollierten Rückbau werden von Fall zu Fall unterschiedlich sein, da sie von vielen projektspezifischen Randbedingungen abhängen. Basis für die Rückbauplanung und damit für die Planung der gezielten Gewinnung von Rezyklat-Splitten sind jedoch immer detaillierte Informationen zum Rückbauobjekt. Die Materialien bzw. Baustoffe, aus denen das Rückbauobjekt besteht, müssen ebenso bekannt sein wie die Art und Weise ihrer Verarbeitung und Angaben zum Tragsystem. Als erster Planungsschritt einer Rückbaumaßnahme ist daher immer eine Bestandsaufnahme notwendig, die als wichtigstes Ziel die Erfassung dieser Basisdaten mit dem Blick auf den kontrollierten Rückbau hat.

Der vorliegende Leitfaden ist eine Arbeitsanweisung für die Durchführung dieses ersten Planungsschrittes. Er ist darüber hinaus eine Empfehlung für die systematische Vorgehensweise bei der Bestandsaufnahme. Er besteht aus einem Textteil (Bericht), dem Anhang und den Anlagen.

Im Textteil werden Empfehlungen zur systematischen Vorgehensweise bei der Erfassung und Bewertung der Materialien eines Rückbauobjektes gegeben sowie Prüf- und Analyseverfahren für Baustoffe, Störstoffe und Kontaminationen vorgestellt. Darüber hinaus werden Hinweise zur Erfassung von konstruktiven und bautechnischen Merkmalen des Rückbauprojektes gegeben, die für eine Rückbauplanung von Bedeutung sein können, wie z. B. großflächige Verklebungen. Für die Bewertung der erfaßten Materialien werden ebenfalls Hinweise gegeben, die den Anwender des Leitfadens in die Lage versetzen, eine Bewertung der erfaßten Materialien im Hinblick auf Recycling-Möglichkeiten durchzuführen.

Der Anhang enthält eine Checkliste und Mustergliederung für die Gebäudebestandsaufnahme.

Die Anlagen enthalten u. a. Beispiele (Pilotprojekte) für die Anwendung des Leitfadens.

Zur Bestandsaufnahme eines Bauwerks gehören

Bei der Bestandsaufnahme wird eine mehrstufige Vorgehensweise aus Unterlagen-Auswertung und Standortbegehungen empfohlen. Bei großen und komplizierten Gebäuden sollten mehrere Begehungstermine vorgesehen werden, unterbrochen von der Auswertung der Unterlagen. Die Ortsbegehung zur Prüfung und Vervollständigung der Daten ist in jedem Fall erforderlich. Viele Randbedingungen und Besonderheiten, die für Planung und Ausführung des Rückbaues von Bedeutung sind (z. B. Baufälligkeit, teilweise eingestürztes Dach, fortgeschrittene Betonzerstörung, morsche Holzkonstruktionen), können nur vor Ort festgestellt und bewertet werden.

Kontaminierte Bauwerksteile und kontaminierte Flächen sind einzugrenzen, damit diese Bereiche später getrennt vom unbelasteten Material rückgebaut und entsorgt werden können.

Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme sind in Zwischenberichten, die während der Bearbeitung laufend fortgeschrieben werden, und in einem Schlußbericht festzuhalten. Die Zwischenberichte dienen dazu, die Ergebnisse der Bestandsaufnahme vom Beginn der Bearbeitung an nachvollziehbar und vollständig zu dokumentieren. Im Schlußbericht ist eine straffe und übersichtliche Darstellung der Ergebnisse anzustreben.

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Dieses Dokument stellt den vorläufigen Zwischenstand der Forschungsarbeiten zum Zeitpunkt seiner Verfassung dar. Für die endgültigen Ergebnisse der Forschungsarbeiten wird auf den Schlußbericht des Teilprojekts verwiesen.