Projekt A/05
Datensammlung und Datenauswertung von Abbruchobjekten im Industriebau
Zwischenbericht 01/98

 

von: Dr. Rommel, Hochtief AG, Essen
Kurzbericht: Datensammlung und Datenauswertung zur Ermittlung von Kennzahlen

 

Durch Auswerten von Unterlagen zu lndustrieabbrüchen sowie durch Auswerten der Rohbaumassen von Neubauvorhaben wurden Kennzahlen ermittelt, die einen Zusammenhang zwischen dem Gebäudetyp, dem umbauten Raum und dem zu erwartenden Abbruchvolumen eines Bauwerks beschreiben. Die Rohdaten der Abbruchprojekte wurden zur Auswertung in Form von Excel-Tabellen aufbereitet. Jede Zeile in einer Tabelle entspricht dabei dem Datensatz zu einem Abbruchobjekt. Als Bezugsgröße für Kennzahlen wurde der umbaute Raum (UR) gewählt.

Die Abbruchdaten stammen vorwiegend aus den Industriezweigen Chemie und Braunkohleveredlung. Bei der Auswertung wurden aus den Abbruchmassen für Stahlbeton, Beton und Mauerwerk und dem umbauten Raum eines Gebäudes oder eines Gebäudeabschnittes Quotienten (feste Baustoffmasse in m3/umbauter Raum UR in m3) gebildet.

Für den überwiegenden Teil aller Gebäude ergaben sich Quotienten im Bereich von ca. 0,07 bis 0,25 (gesamte Baustoffmasse/gesamter UR). Die hohen Quotienten stammen von untypischen, teilweise bunkerartig verstärkten Gebäuden.

Für die weitere Auswertung wurden die Abbruchdaten aus der chemischen Industrie in separaten Tabellen zusammengestellt. Die Gebäudetypen Geschoßbauten Hallen und Flachbauten wurden über ihre unterschiedliche Geschoßhöhe definiert (siehe 5.2 des Schlußberichts). Den Quotienten von ca. 0,04 bis 0,09 (gesamte Baustoffmasse/gesamter UR) sind vorwiegend eingeschossigen Hallen in Stahlskelett-Bauweise mit Mauerwerksausfachung zuzuordnen. Bei den schwereren Gebäuden nimmt der Anteil der Geschoßbauten (Produktionsgebäude, Lagergebäude oder Sozialgebäude) zu. Der Quotient Gesamtmasse/UR liegt bei den Geschoßbauten gehäuft im Bereich von ca. 0,15 bis 0,25 mit besonders hoher Häufigkeit im Bereich von ca. 0,18 bis 0,2.
Bei Geschoßbauten mit tragendem Mauerwerk und Stahlbetondecken beträgt der Quotient Mauerwerk über GOK/UR ca. 0,07 bis 0,15. Bei den meisten der Gebäude dieses Typs beträgt der Anteil des Mauerwerks an der Gesamtmasse ca. 60% bis 80 %.

Bei dem Gebäudetyp der Halle sind für den Quotienten Baustoffmasse über GOK/UR über GOK aus Abbruchdaten folgenden Tendenzen feststellbar:

Für Hallen, deren Hülle aus Mauerwerk besteht, sind aus den Abbruchdaten folgende Tendenzen abzuleiten:

Der Quotient Mauerwerksmasse über GOK/UR über GOK ergibt für die meisten der betrachteten Gebäude Werte zwischen ca. 0,02 und 0,08. Die niedrigen Werte von ca. 0,02 bis 0,045 können überwiegend den Stahl- oder Stahlbeton Skelettbauten mit Mauerwerksausfachung zugeordnet werden. Bei Quotienten von ca. 0,045 bis 0,08 und darüber liegen überwiegend Bauwerke mit tragendem Mauerwerk vor.

Ein Zusammenhang zwischen dem Quotienten Baustoffmasse/UR und anderen Merkmalen eines Gebäudes, wie z. B. der Gebäudenutzung, ist nicht erkennbar.

Für die Auswertung der Daten aus Neubaumaßnahmen wurde eine Einteilung in die Gebäudetypen Geschoßbauten (meist Büro- und Wohnhochhäuser), hallenartige Gebäude und Flachbauten (Fabrikhallen, Lagerhallen, Schulen, Supermärkte, teils aus Fertigteilen hergestellt), Behälter und Kühltürme sowie Schornsteine vorgenommen. Erfaßt wurden die Betonmassen des Rohbaues einschließlich der Fundamentplatte.

Bei den meisten Hochhäusern beträgt der Quotient Betonmasse/UR zwischen ca. 0,13 und 0,22. Skelettbauten mit Großraumbüros oder verschiebbaren Innenwänden und einer Fassade aus Metall, Glas oder Kunststoff weisen vorwiegend Quotienten zwischen ca. 0,13 und 0,16 auf.

Bei den schweren Gebäuden mit Quotienten zwischen ca. 0,16 und 0,22 sind monolithische Stahlbetonbauten mit Lochfassaden, Gebäude mit Beton-Fassaden-Elementen, Gebäude in Schottenbauweise und Gebäude mit massiven Betoninnenwänden erfaßt.

Die Massen der Fundamentplatten von unterschiedlichen Standorten ergeben, bezogen auf den gesamten umbauten Raum, überwiegend Quotienten zwischen 0,025 und 0,045.

Für den Gebäudetyp der Halle bzw. des Flachbaus wurde bei den Neubaumaßnahmen der Betonanteil des aufgehenden, oft aus Fertigteilen bestehenden Bauwerks betrachtet.

Bei Spannbetonbehältern mit Ringfundament beträgt der Quotient Betonmasse/UR ca. 0,08 bis 0,09.

Für unterirdische Wasserbehälter wurden Werte zwischen 0,14 und 0,22 ermittelt.

Schlaff bewehrte Silos für Schüttgüter weisen Werte zwischen 0,12 und 0,2 auf.

Für zwei Naturzugkühltürme ergaben sich einschließlich der Fundamente Quotienten von 0,017 und 0,019. Für die Kühlturmschalen ergaben sich Quotienten von 0,010 und 0,013 Betonmasse/UR.

Bei Stahlbetonschornsteinen beträgt der Quotient Gesamtmasse!UR zwischen ca. 0,14 und 0,3. Für die Schlote (Masse über Gelände) aus Beton beträgt der Quotient Betonrnasse/UR ca. 0,1 bis 0,17. Bei gemauerten Schornsteinen wurden Quotienten von ca. 0,44 bis 0,6 für die Gesamtmasse einschließlich der Fundamente ermittelt. Für die gemauerten Schlote gelten Quotienten von ca. 0,35 bis 0,40 (Mauerwerksmasse/UR).

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Dieses Dokument stellt den vorläufigen Zwischenstand der Forschungsarbeiten zum Zeitpunkt seiner Verfassung dar. Für die endgültigen Ergebnisse der Forschungsarbeiten wird auf den Schlußbericht des Teilprojekts verwiesen.