Teilvorhaben A06

„Analyse und Optimierung von Bauabfällen bei Abbruchmaßnahmen"

 

Vorhabenbezeichnung:
„Analyse und Optimierung der Bauabfälle bei Abbruchmaßnahmen hinsichtlich Umweltbelastung, Wirtschaftlichkeit und Wiederverwertbarkeit der Baustoffe anhand konzipierter und in der Ausführung befindlicher Abbruchvorhaben.

 

HOCHTIEF UMWELT GmbH
Huyssenallee 86 – 88
45128 Essen

 

1. Das Vorhaben

Die Qualität des Abbruchmaterials bestimmt sich heute nicht nur durch seine Materialeigenschaften wie Stückigkeit, Sortenreinheit, Schadstoffbelastung usw., sondern in zunehmendem Maße auch durch die Faktoren der Umweltbelastung bei Abbruchmaßnahmen. Ziel dieses Vorhabens ist es, durch Untersuchungen auf Baustellen Verbesserungen hinsichtlich umweltrelevanter Emissionen (bei Abbrucharbeiten sind dies insbesondere Staub, Lärm und Erschütterungen) und eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Zudem wird ein Augenmerk auf die Verwertbarkeit des unter Bausteltenbedingungen entstehenden Betonbruchs gelegt.

HOCHTIEF UMWELT führt eine Reihe von Abbruchmaßnahmen, vor allem im Industriebau aus, so daß hier die Möglichkeit besteht, durch vergleichende Untersuchungen auf unterschiedlichen Baustellen den Einfluß der gewählten Abbruchtechnik bzw. den Einfluß der Bauabläufe auf oben genannte Kriterien hin zu untersuchen.

 

2. Bisherige Arbeiten und Ergebnisse

· Objektliste (siehe auch Statusbericht 2/98)
· Erfassungsbogen (siehe auch Statusbericht 2/98)
· Geräteliste
· Allgemeine Kennwerte (diverse Diagramme nach Systematisierung der Objekte nach der Tragstruktur - siehe auch Statusbericht 2/98)
· Zuordnung von Geräteeinsatzkosten (siehe auch Statusbericht 2/98)

 

3. Auswertungen

Abbruchkubatur/UR:

Tragwerk Von
%
Bis
%
Stahl 5 15
Stahlbeton 13 25
Mauerwerk 7 15

Die Werte für den Tragwerkstyp Stahl nehmen mit zunehmender Größe des Gebäudes ab. Für die Tragwerkstypen Stahlbeton und Mauerwerk ist dieses nicht ablesbar.


Bauzeit/Umbauter Raum

Tragwerk Von
Min
Bis
Min
Stahl 0,5 2,6
Stahlbeton 0,5 1,26
Mauerwerk 0,3 1,0

Die Werte für die Tragwerkstypen Stahl und Stahlbeton nehmen mit zunehmender Größe des Gebäudes ab. Für den Tragwerkstyp Mauerwerk ist diese Tendenz nicht ablesbar.


Bauzeit/Abbruchkubatur

Tragwerk Von
Min
Bis
Min
Stahl *) 6 27
Stahlbeton 3 55,2
Mauerwerk 4 10,2

*) ohne Bau 30

Ein Zusammenhang mit der Größe der Gebäude ist nicht ersichtlich.


Geräteeinsatzkosten/Umbauter Raum:

Tragwerk Von
DM
Bis
DM
Stahl 4,47 6,49
Stahlbeton*) 1,08 4,07
Mauerwerk 1,18 1,32

*) ohne ZS-Turm

Die Werte für den Tragwerkstyp Stahl nehmen mit zunehmender Größe des Gebäudes ab.


Geräteeinsatzkosten/Abbruchkubatur

Tragwerk Von
DM
Bis
DM
Stahl*) 30,15 61,24
Stahlbeton*) 12,73 21,67
Mauerwerk 7,90 18,65

*) ohne Bau 30, ohne Kühltürme
*) ohne ZS-Turm, ohne Gebäude 236

 

4. Wirtschaftlichkeit

Mit diesen Werten lassen sich nunmehr durch Einzelfallauswertung „auffälliger Baustellen" aus wirtschaftlicher Sicht günstige Bauabläufe und Gerätekonstellationen identifizieren.

 

5. Verwertbarkeit

Aus verschiedenen Gründen darf rezyklierter Zuschlag nur in bestimmten Grenzen bei der Herstellung von Beton nach DIN 1045 zugegeben werden. Mit dem Entwurf der DAfStb-RichtIinie ,,Beton mit rezykliertem Zuschlag" werden erstmals Höchstanteile rezyklierten Zuschlags festgelegt. Danach dürfen maximal 20 VoI.-% Betonbrechsand (<2 mm) für Innenbauteile und gar kein Betonbrechsand für Außenbauteile zugegeben werden. Im Sinne eines möglichst vollständigen Baustoffkreistaufs sind diese Anteile bei Abbbruchmaßnahmen entsprechend gering zu halten.

Die Sieblinie des Betonbruchs, entnommen hinter einem Backenbrecher (Maulweite 100 mm) ohne Vorabsiebung auf einer Abbruchbaustelle (Tiefenenttrümmerung mittels Meißel an Hydraulikbagger), weist einen Brechkornanteil £ 2 mm von lediglich 3 % aus. Der Abbruch mittels Meißel hat demnach nur einen untergeordneten Anteil des Betonbrechsandes zu verantworten. Größere Mengen Brechsand entstehen offenbar erst beim Herunterbrechen auf ein kleineres Größtkorn (siehe hierzu Kornverteilungskurve hinter Prallbrecher aus Teilprojekt C 05 — Zwischenbericht 2/97 —, die je nach Festigkeit des Ausgangsmaterials Brechsandanteile von 10 bis 30 % aufweist).

Anders verhält es sich mit der Frästechnik. Die Sieblinie einer Probe, die beim Abbruch eines Hochbunkers in Leuna (ZS-Turm) genommen wurde, weist einen Brechsandanteil von ca. 28 % auf. Auffällig hierbei ist außerdem der hohe Schlämmkornanteil (£ 0,06 mm).

 

6. Umweltverträglichkeit

Um Bauabläufe und Abbruchtechniken hinsichtlich Ihrer Umweltverträglichkeit beurteilen zu können, werden zur Zeit Literaturrecherchen zu den Themen

· Staubentwicklung
· Lärm
· Erschütterungen

durchgeführt.

 

7. Ausblick

Im Einzelnen sind noch bis Ende des Jahres geplant:

· Einzelfallanalyse ,,auffälliger Baustellen"
· Sieblinien nach Abbruch durch Betonzangen und Pulverisierer
· Bewertung der Bauabläufe

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Dieses Dokument stellt den vorläufigen Zwischenstand der Forschungsarbeiten zum Zeitpunkt seiner Verfassung dar. Für die endgültigen Ergebnisse der Forschungsarbeiten wird auf den Schlußbericht des Teilprojekts verwiesen.