![]() Institut für Werkstoffe im
Bauwesen |
Universität
Stuttgart Institut für Werkstoffe im Bauwesen Prof. Dr.-Ing. Hans-Wolf Reinhardt Dipl.-Ing. Marcus Schreyer Dr.-Ing. Joachim Schwarte |
Teilprojekt I 01
"Strukturierte Speicherung der Ergebnisse in einer Datenbank"
Zwischenbericht zum
Statusseminar
am 27./28. September 1998 in Darmstadt
1. Einführung
Für eine schnelle Umsetzung der
im Forschungsvorhaben erarbeiteten Erkenntnisse in Forschung und
Praxis soll die große Menge der bei der Bearbeitung der
Einzelthemen anfallenden Informationen und Erkenntnisse mit Hilfe
moderner Informationstechnologie übersichtlich strukturiert,
dokumentiert und möglichst einfach zugänglich gemacht werden.
Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Archivierung auf
Papier liegt hierbei vor allem in der höheren Verfügbarkeit der
Informationen, den verbesserten Suchmöglichkeiten wie z.B. der
Recherche mit Volltextsuche sowie der Möglichkeit der Vernetzung
von unterschiedlichen Informationsquellen und Medienarten.
In der vergangenen Berichtsperiode wurden, abgesehen von inhaltlichen Ergänzungen, die Arbeiten an den Strukturen und Funktionen des Datenbanksystems weitgehend abgeschlossen. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Dokumentation des Datenbanksystems. Kapitel 3 dieses Berichtes gibt eine Übersicht über die Neuerungen in den vergangenen 8 Monaten.
Von einer ursprünglich eher technisch ausgerichteten Online-Dokumentation des hier beschriebenen Datenbanksystems wurde zugunsten eines anwenderorientierten Heftes zur "Anwendung des Datenbanksystems in Fallbeispielen" [1] vorerst abgesehen. Dieses 20-seitige DIN A5 Heft stellt anhand von 10 ausgewählten Fallbeispielen einige wichtige Anwendungsmöglichkeiten des DB-Systems vor und gibt damit auch dem ungeübten Benutzer einen Überblick über die Möglichkeiten des Systems.
Weiterhin werden auch die
grundlegenden Suchtechniken (Browsing/Volltextsuche) in modernen
Datenbanken sowie Hinweise zu techn. Nutzungsvoraussetzungen und
Grundlagen der Bedienung von Browsern im World Wide Web
erläutert.
Verteilt wurde das Heft an alle Teilprojekte sowie an die
Obmänner bzw. wiss. und admin. Projektbegleiter des
BiM-Vorhabens.
2. Stand der Arbeiten
2.1 Datenstrukturen und Inhalte
Die Arbeiten an den Strukturen des Systems wurden in der vergangenen Berichtsperiode abgeschlossen. Die Rubrikenstruktur erfuhr lediglich innerhalb der projektinternen Prüfdatenbank eine Erweiterung durch die Anbindung der Beschreibungen aller obligatorischen und zusätzlichen Prüfverfahren nach den Arbeitsanleitungen des AK Prüfverfahren [3]. Tabelle 1 des Zwischenberichtes 01/98 dieses Teilprojektes hat sich daher um folgenden Eintrag erweitert:
| Tabelle 1: | Inhalte des BiM-Datenbanksystems |

In Zahlen ausgedrückt beläuft sich der Umfang der im System enthaltenen Daten (Zuwachs innerhalb der verg. Berichtsperiode in Klammern) zum jetzigen Zeitpunkt auf:

2.2 Neue Funktionen
Grafische Navigationskarte
Alternativ zur schrittweisen Bedienung über die
Schlagworte der Navigationsmenüs kann nun durch Verwendung einer
neuen grafischen Navigationskarte des Datenbanksystems auch
direkt von einer Rubrik in eine andere gesprungen werden.
Hinter der Übersichtsgrafik verbirgt sich eine sogenannte
Client-Side-Image-Map, in welcher definierten Bildbereichen URL's
zugeordnet werden. Ein Mausklick in die Grafik veranlaßt das
Laden der gewünschten Rubrik im Datenbankfenster. Am Beispiel
der Rubrik Zwischenberichte soll diese Vorgehensweise
demonstriert werden. Hierzu wird zunächst mit dem Karte-Symbol
des Navigationsmenüs eine Übersichtsgrafik über die
Rubrikenstruktur der Datenbank (Abb.1) aufgerufen, die im
Vordergrund in einem separaten Fenster geladen wird.

| Abb 1: | Grafische Navigationskarte der Datenbank |
Hier wird nun das Symbol (Kugeln) der entsprechenden Rubrik Zwischenberichte gesucht und dieser Bereich mit der Maus angeklickt. Daraufhin verschwindet die Navigationskarte und eine Aufforderung erscheint, für diese projektinterne Seite wie gewohnt das Paßwort einzugeben. Nachdem dies getan ist, wird die Rubrik Zwischenberichte in den Browser geladen.
Die Navigationskarte kann auf diese Weise von jeder Datenbankseite aus aufgerufen werden, so daß einem Gefühl der Orientierungslosigkeit über die aktuelle Position ("Lost in hyperspace"), das sich nach einiger Zeit in umfangreichen Hypertextsystemen einstellen kann, durch ein jederzeit mögliches Einblenden der Rubrikenstruktur entgegengewirkt wird.
Die Ladezeiten der Karte
verkürzen sich nach dem ersten Aufruf durch das Ausnutzen des
Browser-cachings drastisch, so daß mit Hilfe dieser interaktiven
grafischen Navigation meist schneller entferntere Stellen des
Datenbanksystems erreicht werden können als auf dem
konventionellen Wege über die Menühierarchien.
Realisiert wurden die Funktionen der grafischen Navigationskarte
unter Benutzung der Programmier-sprache JavaScript, die den
reinen HTML-Code um Befehle zur Animation und Interaktivität
erweitert.
Bei JavaScript handelt es sich im Gegensatz zu Java um eine
interpretierte Programmiersprache, die innerhalb eines dazu
befähigten Browser ausgeführt wird. Als eine besondere
Schwierigkeit bei der Programmierung der Navigationskarte erwies
sich die Adressierung der in der Grafik aufgerufenen Seiten in
das Ausgangsfenster der Datenbank. Da sich in diesem Punkt noch
kein Standart definiert hat, wurden entsprechende Befehle von den
beiden führenden Browsertypen unterschiedlich interpretiert und
verursachten immer wieder hartnäckige Fehlermeldungen. Nach
mehreren Versuchen und einer leichten Einschränkung der
ursprünglich geplanten Funktionalität gelang es letztendlich,
eine in beiden Standartbrowsern (MS Internet Explorer und
Netscape Navigator) lauffähige Version zu erstellen. Die dabei
gewonnenen Kenntnisse lassen sich voraussichtlich sehr gut für
die Oberflächenerstellung des im TP I 02 geplanten Dialogsystems
verwenden.
Lexikon
Im Rahmen einer Diplomarbeit [2] entstand am IWB ein
Online-Lexikon, in welchem einzelne Fachbegriffe sowie Verfahren
aus den Bereichen Gebäudeabbruch, Bauschuttaufbereitung und der
Betontechnologie unter Ausnutzung multimedialer Möglichkeiten
definiert bzw. beschrieben werden. Dieses auch unabhängig von
der Datenbank funktionsfähige Programm basiert auf der
Integration eines Java-Applets (aus dem MS HTML-Help Workshop),
welches das komfortable Aufrufen der z.T. bebilderten
Erläuterungen zu insgesamt z.Z. ca. 240 Fachbegriffen
ermöglicht. Stößt der Benutzer beim Lesen von
Datenbankdokumenten auf ihm fremde Begriffe, deren Bedeutung er
gerne näher erläutert hätte, hilft möglicherweise das Lexikon
weiter.
Das Online-Programm wird durch Klicken auf das Lexikon-Symbol der
Menüleiste gestartet. Nach einer kurzen Wartezeit öffnet sich
dann ein separates Fenster, welches auf seiner linken Seite eine
Liste mit Begriffen (Abb. 2) anzeigt.

| Abb 2 | Begrüßungsfenster des Online-Lexikons. Links mit der alphabetischen Indexliste |
Leider muß einschränkend angemerkt werden, daß mit dem Erscheinen der aktuellen Browserversionen 4.xx der Firma Netscape das verwendete Java-Applet in diesen Browsern in einigen Fällen nicht stabil lauffähig ist. Diesem Problem wurde durch das alternative Anbieten einer reinen HTML-Indexliste begegnet, die zwar nicht den Bedienungskomfort des Applets erreicht, sich jedoch in jedem gängigen Browser fehlerfrei darstellen läßt.
Erscheint im Netscape Navigator
4.xx beim Start des Lexikons auf der linken Seite auch nach
einigen Minuten Wartezeit eine leere Indexliste oder gar nur eine
leere Fläche, kann man sich durch Befolgen des Hinweises auf der
rechten Fensterseite behelfen.
Ein Beispiel sowie ausführliche Informationen zu den im Lexikon
angebotenen Suchmöglichkeiten finden Sie im Fallbeispiel 4 der
Anwenderdokumentation [1] des Datenbanksystems und in der
Online-Hilfe des Lexikons nach Betätigung der entsprechenden
Schaltfläche.
Zitierfähigkeit der
Veröffentlichungen
Nach Einrichtung der Rubrik für Veröffentlichungen
wurde auf Anregung von Prof. Grübl auch eine Möglichkeit zum
Direktverweis auf die einzelnen Dokumente geschaffen. Es sollte
dabei ermöglicht werden, durch Angabe einer kurzen URL in
Veröffentlichungen, bei Vorträgen oder von der eigenen Homepage
direkt auf in der BiM-Datenbank gespeicherte Texte im Internet
verweisen zu können.
Das alleinige Aufrufen des
Dokumentes im Browser ohne die Frame-Umgebung der Datenbank
hätte hier zu unschönen Fehlermeldungen bei der Benutzung der
dokumentinternen Verweise geführt. Zudem sind URL's wie
http://www.b-i-m.de/Public/Deutag_remex/deutag_remex1097.htm nur
schwer einprägsam geschweige denn regen sie zum Ausprobieren an.
Gelöst wurde das Problem durch ein JavaScript-Programm, welches
die Dokumente automatisch in die entsprechende Frame-Umgebung
einbettet. Die hierfür anzuwendende URL-Syntax lautet:
http://www.B-i-M.de/public/ext/DirektzugriffsNr.htm
im obigen Beispiel wäre dies
http://www.B-i-M.de/public/ext/2.htm
Die URL mit der Direktzugriffsnummer erhalten die Autoren vom IWB automatisch per Email oder Post nach Veröffentlichung ihres Dokuments.
Der erstellte JavaScript-Code ermöglicht es auch, von anderen Webseiten aus direkt in jede beliebige Stelle im Datenbanksystem zu springen (z.B. zu einem best. Zwischenbericht, zur Projektübersicht usw.). Zugriffsrechte bleiben hiervon natürlich unberührt. Teilprojektbearbeiter, die die Realisierung derartiger direkter Hyperlinks z.B. von Instituts- oder ihren persönlichen Homepages beabsichtigen, wenden sich bitte an die Bearbeiter des TP I01.
2.3 Nutzung der Datenbank
Bei der Nutzung der Datenbank (Abb. 5) zeigte sich in den vergangenen Monaten ein erfreulicher Aufwärtstrend. Zurückzuführen ist dies vor allem auf den Ausbau der ohne Paßwort erreichbaren Rubrik Veröffentlichungen, in welche seit März 98 insgesamt 21 Artikel im Volltext eingebunden wurden. Die im Rahmen des Forschungsvorhabens entstandenen Texte wurden uns dabei zumeist von den Autoren unaufgefordert zugesandt und analog zu den Berichten in HTML-Dokumente umgearbeitet.
Da diese Dokumente im Gegensatz zu den paßwortgeschützten Zwischenberichten auch von den Suchmaschinen im Internet gelesen werden können und diese damit bei entsprechenden Suchanfragen auf das BiM-Datenbanksystem verweisen, ergaben sich für die vergangenen 8 Monate im Mittel deutlich höhere Besucherzahlen

| Abb 3 | Verlauf der Besucherzahlen pro Monat. Ausgenommen sind die Zugriffe der Bearbeiter des TP I01 am IWB Stutgart |
Für eine fachbezogene, auf deutschsprachige Besucher beschränkte Website erreicht die BiM-Datenbank mit z.Z. durchschnittlich 14 Sitzungen pro Tag (ausgenommen Zugriffe der Bearbeiter des TP I 01) einen sehr guten Wert.
Da sich hierbei der Anteil der Sitzungen von an den BiM-Projekten beteiligten Mitarbeitern mit Paßwortzugang nur in einem vergleichsweise kleineren Rahmen mit ca. 13% aller Zugriffe bewegt (Abb.6), wird die Nutzung hauptsächlich von der Qualität und auch Quantität der im öffentlich zugänglichen Bereich befindlichen Dokumente bestimmt. Das Ergebnis der Datenanalyse bzgl. der Anteile der einzelnen Rubriken an der Datenbanknutzung in Abb.7 bestätigt noch einmal die anfangs angesprochene tragende Bedeutung der Veröffentlichungen für die Präsentation der Arbeit des Forschungsvorhabens im Internet.

| Abb. 4 | Anteile der öffentlichen Inhalte bzw. der mit Passwort geschützten projektinternen Inhalte an den Zugriffen des Datenbanksystems |

| Abb 5 | Anteile der einzelnen Rubriken an den Gesamtzugriffen auf das Datenbanksystem |
3. Weitere Arbeiten
Im folgenden Forschungshalbjahr werden die Schwerpunkte auf dem weiteren Ausbau der Datenbasis durch die Einarbeitung von Zwischenberichten und Veröffentlichungen sowie dem Herausarbeiten und Strukturieren der darin enthaltenen Daten aus Beton- bzw. Zuschlagprüfungen liegen.
4. Literatur
| [1] | Baustoffkreislauf
im Massivbau - Anwendung des Datenbanksystems in
Fallbeispielen Reinhardt / Schreyer / Schwarte, Institut für Werkstoffe im Bauwesen (IWB), Universität Stuttgart, 1.Auflage, Juni 1998 |
| [2] | Entwicklung
eines Online-Lexikons über die Themenbereiche
Betontechnologie und Baustoffkreislauf für das World
Wide Web Diplomarbeit 1998 von T. Weikert am IWB, Universität Stuttgart |
| [3] | Darstellung
von Prüfverfahren für rezyklierten Zuschlag bzw. Beton
mit rezykl. Zuschlag im World Wide Web Seminararbeit 1998 von A. Amin am IWB, Universität Stuttgart |
| [4] | Hypermediale
Beratungssysteme - Herleitung und Evaluation eines
werkzeugunabhängigen und plattformübergreifenden
Entwicklungsprozesses Porschen, Michael, GMD-Studien Nr. 253, Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung mbH (GMD), Februar 1995 |
| Dieses Dokument stellt den vorläufigen Zwischenstand der Forschungsarbeiten zum Zeitpunkt seiner Verfassung dar. Für die endgültigen Ergebnisse der Forschungsarbeiten wird auf den Schlußbericht des Teilprojekts verwiesen. |