Betonverflüssiger
Betonverflüssiger (BV) werden praktisch auf allen Gebieten des Betonbaus angewendet. Sie vermindern den Wasseranspruch des Betons und verbessern dadurch seine Verarbeitbarkeit, oder sie ermöglichen durch Wassereinsparung bei gleichbleibendem Zementgehalt eine Erhöhung seiner Festigkeit.
Die meisten Verflüssiger sind auf der Basis von ligninsulfosauren Salzen oder in Verbindung mit Polymeren, z.B. Alkylphenolglykoläther, aufgebaut. Sie setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab, wodurch eine bessere Benetzung der Feststoffe im Beton entsteht. Sie bewirken eine vollkommene Feinverteilung (Dispergierung) des Zements und dadurch eine Verminderung der Reibung zwischen den Festteilen, aus der wiederum eine größere Beweglichkeit, d.h. eine bessere Verarbeitbarkeit des Betons folgt. Durch die bessere Benetzung wird u.a. die Dicke des Wasserfilms auf den Festteilen herabgesetzt, dadurch das Wasserabstoßen, das sogenannte Bluten, weitestgehend vermieden und der Entmischung sowohl beim Transport als auch beim Einbau vorgebeugt wird.
Ist die Verarbeitbarkeit des Frischbetons ohne Betonverflüssiger ausreichend, so
kann die gleiche Verarbeitbarkeit durch den Verflüssiger mit
geringerem Wassergehalt (ca. 5 bis 15 %) erhalten werden. Durch
die Verringerung des Wassergehalts wird bei gleichbleibendem
Zementgehalt der Wasserzementwert kleiner oder, wenn dies nicht notwendig
ist, der ursprüngliche Wasserzementwert mit einem geringeren
Zementgehalt eingehalten.
Die Verminderung des Zementgehalts bedeutet bei Massenbeton
geringere Erwärmung infolge der Hydratation, also auch kleinere Zwangs- und
Eigenspannungen. Durch Erniedrigung des Wasserzementwerts
und/oder des Zementgehalts werden Schwinden und Kriechen günstig beeinflußt. Weniger Wasser im
Beton ohne Beeinträchtigung seiner Verarbeitbarkeit bedeutet
festeren und dichteren, undurchlässigeren, weniger
wassersaugenden, dauerhafteren Beton.
Quelle:
[1] Deutscher Beton-Verein E.V. "Beton-Handbuch"