Ausblühungen
Ausblühungen sind Stoffe, die sich sichtbar auf der Oberfläche von Mauerwerk oder Putz ablagern. Sie treten auf, wenn wasserlösliche Stoffe im Bauteil gelöst, durch Poren zur Oberfläche transportiert und beim Verdunsten des Wassers abgelagert werden. Sichtbare Ausblühungen sind besonders dann zu beobachten, wenn ein Bauteil länger durchfeuchtet wird, lösliche Stoffe vorhanden sind und die Verdunstungsgeschwindigkeit gering ist. Bei schneller Verdunstung erfolgt der Übergang: flüssiges Wasser - Dampf schon innerhalb des Bauteils, wobei sich die gelösten Stoffe schon in den Poren unterhalb der Oberfläche und damit unsichtbar ausscheiden. Ausblühungen sind vorwiegend weiß, seltener grün, auch gelblich (Vanadium-, gelegentlich auch Chrom- oder Molybdän-Verbindungen).
Häufig werden Ausblühungen ganz allgemein als ,,Salpeter" oder , ,Mauersalpeter" bezeichnet. Diese Bezeichnung trifft nur für die heute relativ seltenen Nitratausblühungen zu. Die meisten Ausblühungen sind Karbonate oder Sulfate, auch Chloride.
Die ausblühenden Stoffe können aus dem Mörtel, aus den Ziegeln oder aus anderen Baustoffen herausgelöst sein. Um festzustellen, ob Baustoffe ausblühfähige Stoffe enthalten, müssen unverarbeitete Rückstellproben untersucht werden. Verarbeitete Baustoffe können durch die kapillare Saugfähigkeit aus dem Mörtel oder anderen Baustoffen ausblühfähige Stoffe aufnehmen die sie ursprünglich nicht enthielten. Prüfung: Auslaugung mit destilliertem (entionisiertem) Wasser (Perkolatorverfahren DIN 51100) und anschließender Analyse des Wasserauszugs (Perkolats).
Quelle:
[1] W. Scholz: "Baustoffkenntnis"; 13. Auflage; Werner-Verlag.