Windsichtung, Trockenaufbereitung

Bei der Windsichtung wird die zu sichtende Fraktion seitlich in ein Sichterrohr aufgegeben. Die Trennung erfolgt zunächst im Querstrom sowie im unteren Teil des Rohres im Gegenstrom. Im oberen Teil des Rohres wird das Gut im Gleichstrom nachgesichtet.
Bei der Sichtung werden die angeströmten Leichtstoffe, wie z.B. Holz oder Plastikteile, und die abgesaugten Feinstbestandteile in einem Filter abgeschieden, der den Sichterrohren nachgeschaltet ist.

Bild : Aufstromwindsichter [3].

Die Filter sind mit einer Vorkammer ausgerüstet, in denen die splitternden Holzteile abgeschieden werden, welche sonst die Filterschläuche beschädigen würden. Der Feinstaub und die in der Vorkammer abgeschiedenen Holzstücke werden mit Hilfe von Zellenradschleusen ausgetragen.
Für die Windsichtung darf das Aufgabegut nicht zu feucht sein, da es sonst innerhalb der Sichterrohre anhaftet.

Als besonderer Vorteil werden die Unabhängigkeit vom Waschwasser, das Vermeiden vom Klärschlamm der Naßaufbereitung (Sondermüll !) und die Unabhängigkeit der Produktion von Frost angeführt. Daß das Windsichten wegen der großen Luftmengen und des damit verbundenen hohen Energieverbrauchs umstritten ist, ist allgemein bekannt. Es sind infolgedessen kaum Anwendungen in der Literatur zu finden.

Bild : Stationärer Gegenstromwindsichter [2].

Quelle:

[1] Prof.Dr.-Ing.Drees: Recycling von Baustoffen im Hochbau (1989); Bauverlag.

[2] Deutscher Ausschuss für Stahlbeton; Heft 462; "Umweltgerechter Rückbau und Wiederverwertung mineralischer Baustoffe"; Beuth Verlag GmbH.

[3] Höffl, Karl: "Zerkleinerungs- und Klassierungsmaschinen (1986)"; Springer-Verlag.