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5. Wo sind Recyclate einsetzbar?

So vielseitig wie die Herkunft - siehe Kapitel 2 - so vielseitig sind auch die Anwendungsgebiete, eine ordnungsgemäße und fachgerechte Aufbereitung vorausgesetzt. Die moderne Recyclingwirtschaft geht daher ab von der noch bisher geübten Praxis des Down Cyclings, das heißt der Aufbereitung heterogener Stoffgemische zu niederwertigen Massenbaustoffen und verfolgt das Ziel, zum echten Recycling zu kommen. Das heißt: Wiederverwertung dort, wo der gebrauchte Stoff herkommt oder wo dessen spezielle Eigenschaften in besonderem Maße genutzt werden können; in beiden Fällen in gleicher bzw. möglichst hoher Qualitätsstufe. Dies ist auch eine der Grundforderungen des KrW-/ AbfG.

Die mineralischen Recyclate können dann als Substitution für natürliche Rohstoffe eingesetzt werden. Abb. 5 zeigt, daß derzeit durch Recyclingbaustoffe und sonstige Sekundärrohstoffe ca. 10 % an Primärrohstoffen substituiert werden. Bei voller Ausnutzung des Recyclingpotentials (70 - 100 Mio. t/a) wären dies etwa 15 %, womit der Gebäudebestand zu einem sogenannten Baustoffspeicher wird, dessen Substitutionsmöglichkeiten für Primärrohstoffe - Kies, Sand, Natursteine - allerdings als begrenzt anzusehen ist.


Abb. 5: Massenbaustoffe für Hoch- und Tiefbau und sonstige Anwendungen im Jahr 1996 nach Verbandsstatistiken u.a. [13]

Die gütegesicherten Baustoffe finden dann eine vielfältige Anwendung in allen Bereichen des Straßen- und Tiefbaus und des Hochbaus sowie bei der Herstellung aller erdenklichen Baustoffe und Bauteile, wie Abb. 6 exemplarisch zeigt.

 


Abb. 6: Einsatzmöglichkeiten hochwertiger, mineralischer Recycling-Materialien nach [12]

Die Recyclingbaustoffe unterliegen gleichen Anforderungen und Güteüberwachungen wie die Primärbaustoffe, die sie substituieren - es sind also Produkte mit konkretem Verwendungszweck, so daß hierdurch die Gleichwertigkeit mit Primärrohstoffen oder ungebrauchten Baustoffen sichergestellt ist, wie dies in der Verdingungsordnung für Bauleistungen, Ausgabe 1992, Teil C ATV DIN 18299 [16] gefordert ist:

Mit einer selektiven Aufbereitung in sogenannten Subkreisläufen, wie dies in Abb. 7 dargestellt ist, kann diesen Forderungen im besonderen Maße Genüge getan werden.


Abb. 7: Vom Down Cycling zu Recycling durch Stoff-Subkreisläufe [3,8]

Bezüglich der Umweltanforderungen sind von mehreren Institutionen, so u.a. der LAGA Länderarbeitsgemeinschaft Abfall, Grenzwerte und Zuordnungswerte für Einbauklassen festgelegt worden [17]. Hiermit lassen sich bis einschließlich der Verwertungsklasse Z2 bei Einhaltung bestimmter Rahmenbedingungen einwandfreie und gesicherte Verwertungen unproblematisch handhaben. Die Bedingungen der Ressourcenschonung und der Schadlosigkeit werden so sicher erfüllt.

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