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7. Ergiebigkeit und Wirtschaftlichkeit

Wenn auch im KrW-/AbfG sogar der Verwertung der Vorrang gegeben wird, selbst wenn ein solches Verfahren ggf. im gewissen Rahmen teurer ist, so hat die Baupraxis gezeigt, daß Recyclingbaustoffe sich immer voll dem Wettbewerb zu stellen haben, vielmehr sogar noch einen spürbaren Vorteil für den Auftraggeber, d.h. den Bauherren, zu erbringen haben.

Über den Preisvorteil je Tonne zu beziehender Baustoffe ergibt sich zusätzlicher Vorteil durch bessere Ergiebigkeit in Folge geringerer Dichte von Recyclingbaustoffen im Vergleich zu Primärrohstoffen. In Abb. 13 sind die Trockendichten nach Proctorversuch für die Naturprodukte Diabas und Kalkstein sowie für Recyclingmassen auf Basis Betonrecycling und Ziegelrecycling angegeben.


Abb. 13: Proctorkurven (beispielhaft) für verschiedene Recycling-Baustoffe im Vergleich zu Primärbaustoffen [10]

Anhand der Proctordichten und des optimalen Wassergehalts können die Einbaudichten sowie die Massen ermittelt werden, die zum Beispiel für eine 20 cm dicke Schicht in kg/m2 benötigt werden. Wenn man die Tragschicht aus Kalkstein zu 100 % setzt, dann wird mit den Recyclingbaustoffen der Massenbedarf für eine derartige Schicht zwischen 85 und 94 % liegen. Nimmt man Diabas als Meßlatte, so sind es gar nur zwischen 77 und 85%. Kauft man also zu gleichem Preis ein, so hat man aufgrund der größeren Ergiebigkeit, d.h. der geringeren Dichte von Recyclingtragschichten, einen erheblichen Einkaufsvorteil von 5 - 20 % bei Verwendung von Recyclingbaustoffen. Ein deutlicher Preisvorteil für den Bauherrn und sparsam planende Ingenieure und Architekten. Die Baustoff-Recycler stellen sich somit voll dem Wettbewerb und geben den Bauherren Kostenvorteile weiter.

 

8. Zusammenfassung

Neben dem Einsatz mineralischer Recyclingbaustoffe im Straßen- und Tiefbau werden zunehmend fiir weitere Stoffgruppen durch geplanten Rückbau und gezielte Aufbereitung die Voraussetzungen geschaffen, daß sie dort wieder eingesetzt werden können, wo sie herkommen oder wo ihre spezifischen Eigenschaften besonders gefragt sind. Entsprechend den Forderungen der VOB Verdingungsordnung für Bauleistungen haben die so hergestellten Recyclingbaustoffe den selben technischen Anforderungen zu genügen wie Primürrohstoffe, haben sich ebenso dem Wettbewerb zu stellen, so daß sie nur zum Einsatz kommen können, wenn sie preisgünstig und wirtschaftlich sind.

Kreislaufwirtschaft am Bau hat ihre Auswirkungen auf recyclinggerechtes Bauen wie auf den Rückbau und den Einsatz von Recyclingbaustoffen und ist so Chance für ökonomisches und ökologisches Bauen zugleich. Bezugsquellen für Recyclingbaustoffe: siehe Recyclingunternehmen in Deutschland, Schweiz und Osterreich [14].

 

Literaturverzeichnis

[1] Bredenbais, B.; Wiltkomm, W.: Kontaminierte Bauteite im Hochbau — Vermeidung, Erkennung, Behandlung, Rationalisierungs-Gemeinschaft Bauwesen im RKW, 1993

[2] Gewiese, A.: Rückbau von Gebäuden und recyclinggerechter Baustellenbetrieb, Entsorgungspraxis, März 1994

[3] Hanisch, J., Kurkowski, H., Jäckel HG.: remex-Daily Altrounder, unveröffentlichter Sachstandsbericht Subkreislauf-Recycling, remex Nov. 1997

[4] Heuser: Produktverantwortung für die am Bau Beteiligten nach Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, Vortrag anläßlich Verleihung Recyclingpreis NRW 1996 am 21.5.1997 in Düsseldorf

[5] Kohler, G.: Bauwirtschaft gerüstet für das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz. Brancheninitiative Kreislaufwirtschaftsträger Bau gegründet. Ratgeber BauAbfälle, Gemeinschaftsproduktion SIV & BauMedien, August 1996, S. 18 - 23

[6] Kohler, G. (Hrsg.): Recyclingpraxis Baustoffe - Der Abfallberater für Industrie, Handel und Kommunen - 3. aktualisierte und erweiterte Auflage, Verlag TUV Rheintand, Köln 1997

[7] Kohler, G.: Recyclingzuschläge für Stahlbeton, Deutscher Betontag 1997, Deutscher Beton-Verein e.V. Wiesbaden, 5. 290 - 305

[8] Kohler, G., Kurkowski, H.: Aktuelle technische Entwicklung der Bauschuttaufbereitung mit dem Ziel der höherwertigen Verwertung, Abfallwirtschafts-Journal, Heft 05/98

[9] Verband Deutscher Baustoff-Recycling-Unternehmen eV. Bonn, (Hrsg.): Recycling, Rückbau und umweltgerechte Baustellenentsorgung

[10] Handbuch der remex-Gruppe für den Vertrieb - remex intern August 1997

[11] Vermeidung und Verwertung von Reststoffen in der Bauwirtschaft, Beiheft 30 zu Müll und Abfall 1995

[12] Vermeidung und Entsorgung von Bauabfällen, Ministerialblatt der Landesregierung von Rheinland-Pfalz, Ministerium für Umwelt, 20.1.1993

[13] Bericht der Geschäftsführung des Bundesverbandes der Deutschen Recycling Baustoff-Industrie (BRB) über das Geschäftsjahr 1996 und die seitherige Entwicklung, Duisburg 25. Nov. 1997

[14] Recyclingunternehmen in Deutschland, Schweiz und Osterreich, Jahrbuch BR 1997/98, Stein-Verlag 1998, 5. 50 - 68

[15] Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz - KrW-/AbfG. Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen vom 27. Sept. 1994, BGB1. I. 1994. S. 2705

[16] VOB Verdingungsordnung für Bauleistungen, Ausgabe 1992, Teil C, Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen, insbesondere DIN 18 299 Allgemeine Regelungen für Bauarbeiten jeder Art

[17] Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Baustoffen / Abfällen. Technische Regeln für die Verwertung von Bauschutt. Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA), Erich Schmidt Verlag, Berlin 1995

[18] DAfStb Deutscher Ausschuß für Stahlbeton: Richtlinie für Beton mit rezyklierten Zuschlägen (9. Entwurf 1997), Regelwerke der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Köln, bzw. Bundesminister für Verkehr, Bonn

[19] Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau - ZTVE-StB 94, Ausgabe 1994/Fassung 1997

[20] Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Tragschichten im Straßenbau (ZTVT-StB 95), Ausgabe 1995

[21] Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau bituminöser Fahrbahndecken (ZTV Asphalt-StB 94), Ausgabe 1994

[22] Zusätzliche Technische Vertragsbedingung und Richtlinien für den Bau von Fahrbahndecken aus Beton - ZTV Beton-StB 93, Ausgabe 1993

[23] Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Pflasterdecken und Plattenbelägen – ZTVP-StB, 15. Entwurf, Stand 19.01.1998

[24] Zusätzliche Technische Vorschriften und Richtlinien für den Bau ländlicher Wege (ZTV-LW 87, Ausgabe 1987)

[25] Richtlinien für die Standardisierung des Oberhaus von Verkehrsflächen — RStO 86, Ausgabe 1986, Fassung 1989, Bundesminister für Verkehr

[26] Technische Lieferbedingungen für Mineralstoffe im Straßenbau (TL Min-StB 94), Ausgabe 1994

[27] Technische Lieferbedingungen für Recycling-Baustoffe (TL RC-ToB-StB 95), Ausgabe 1995

[28] Technische Prüfvorschriften für Mineralstoffe im Straßenbau (TP Min-StB)

[29] Richtlinien für die Güteüberwachung von Mineralstoffen im Straßenbau. (RG Min-StB 93), 1993

[30] Merkblatt über die Verwendung von industriellen Nebenprodukten im Straßenbau, Teil: Wiederverwendung von Baustoffen Güterichtlinien der Industrie

[31] Güte und Prüfbestimmungen Recyclingbaustoffe für den Straßenbau RAL-RG 501/1. Ausgabe Februar 1985, Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung

[32] Richtlinie Recycling-Baustoffe, Eigenschaften, Anforderungen, Prüfungen und Überwachung. Bundesverband der Deutschen Recycling-Baustoff-Industrie eV. (BRB), Ausgabe 1996

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