2. Rezyklierter Zuschlag  

Die Erstellung von Bauwerken unter Verwendung von industriell gefertigten Betons mit rezylkiertem Zuschlag

 

Univ.-Prof. Dr. -Ing. Peter Grübl
Institut für Massivbau
Technische Universität Darmstadt

Vortrag im Rahmen des "Darmstädter Massivbau-Seminars: Kreislaufgerechtes Bauen im Massivbau" in Darmstadt 1997.
Veranstalter: Freunde des Instituts für Massivbau der TU Darmstadt e.V.

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
2.
Rezyklierter Zuschlag
3.
Betonherstellung und Verarbeitung
4.
Betoneigenschaften
5.
Demonstrationsbauvorhaben

 

1 Einführung

Der Baustoff Beton ist wie viele Baustoffe ein Massenprodukt. Gegenüber den meisten anderen Baustoffen weist er jedoch einen wesentlichen Unterschied auf Während bei Baumaterialien wie z.B. Stahl, Holz, Ziegel die für ein Bauwerk maßgebenden Eigenschaften der Stoffe gemessen werden können, bevor sie in die Konstruktion integriert werden, erreicht der Beton seine für das Bauwerk maßgebenden Eigenschaften erst, nachdem er in die Schalung eingebracht und durch Erhärtung zum Bestandteil des Bauteils oder selbst zum Bauteil geworden ist. Beim Beton findet der eigenschaftsbildende Prozeß somit auf der Baustelle statt.

Die Herstellung des Frischbetons kann ebenfalls auf der Baustelle erfolgen. Bei Verwendung von Transportbeton wird der Beton in der Regel außerhalb der Baustelle produziert. Er wird dann angeliefert. Nach der zur Zeit gültigen Vorschriftenlage geht man bei der Herstellung des Betons davon aus, daß die angestrebten Eigenschaften erreicht werden, wenn geeignete Ausgangsstoffe verwendet und Vorgaben für Mischungszusammensetzung, Herstellungsprozedur und Verarbeitung eingehalten werden. Diese Abhängigkeiten sind durch umfangreiche Forschungsarbeiten und Erfahrungen abgesichert. Auf Grund dieser Erkenntnisse wurden die maßgebenden Anforderungen an die Ausgangsstoffe, die Zusammensetzung des Betons und den Herstellungsprozeß verbindlich geregelt. Abweichungen und Änderungen bedürfen der Zustimmung der Bauaufsicht. Diese bedingt den Nachweis der Gleichwertigkeit.

Die allgemeine Verwendung von rezykliertem Zuschlag für die Herstellung von Beton für tragende Bauteile ist bislang nicht allgemein zugelassen, weil für ihn diese Abhängigkeiten noch nicht im erforderlichen Umfang dargelegt sind. Die zur Beantwortung anstehenden Fragen beziehen sich im wesentlichen auf

- die Eigenschaften der Zuschläge,
- den Herstellungsprozeß und
- die Festbetoneigenschaften.

Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Gleichmäßigkeit. Diese ist eine entscheidende Voraussetzung für ein hohes Qualitätsniveau.

Die nachfolgenden Überlegungen zeigen die Unterschiede auf, die beim Einsatz von rezykliertem Zuschlag für die Verwendung von Beton nach DIN 1045 auftreten können. Diese Aussagen beziehen sich vorerst auf rezyklierten Zuschlag aus aufbereitetem Betonbruch. Weiterhin werden Maßnahmen beschrieben, die als notwendig erachtet werden, damit die Erstellung eines Bauwerkes unter Verwendung eines solchen Betons die gleiche Zuverlässigkeit erreicht, wie das der Fall ist, wenn Zuschlag nach DIN 4226 verwendet wird. Anschließend wird ein Bauvorhaben vorgestellt, das unter Verwendung von industriell gefertigten Betons mit rezykliertem Zuschlag aus Betonbruch erstellt werden soll.

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