1. Einleitung 1. Einführung 3. Betonherstellung und Verarbeitung

2 Rezyklierter Zuschlag

Rezyklierter Zuschlag ist ein Baustoff der durch Aufbereitung von geeigneten Baurestmassen gewonnen wird und als Zuschlag zur Herstellung von Beton nach DIN 1045 geeignet ist. Geeignete Baurestmassen können aus Betonbruch oder aus Bauschutt bestehen.

Beim Betonbruch unterscheidet man Betonabbruch und Betonautbruch. Betonabbruch ist im wesentlichen das Material, das bei Abbruch- und Umbauarbeiten von Betonbauwerken anfällt oder von Betonwaren stammt. Betonaufbruch entsteht beim Aufbruch von Fahrbahndecken aus Beton im Straßenbau.

Rezyklierter Zuschlag wird wie Zuschlag nach DIN 4226 in Komklassen eingeteilt. Material mit den Korngrößen zwischen 0 bis 4 mm nennt man Brechsand. Die Korngrößen zwischen 4 bis 32 mm werden als Splitt und die Korngrößen größer 32 mm als Schotter bezeichnet. Je nachdem von welchem Ausgangsmaterial der rezyklierte Zuschlag gewonnen wird, spricht man von Betonbrechsand, -splitt und -schotter bzw. Bauschuttbrechsand, -splitt und -schotter (Bild 1).

Bild 1: Benennung von rezykliertem Zuschlag

Die Eigenschaften des rezyklierten Zuschlags werden im wesentlichen vom Aufbereitungsprozeß und von dem zur Aufbereitung anstehenden Material bestimmt. Von der Art der Aufbereitung hängen die Kornform und die Kornverteilung des Zuschlags ab. Der Anteil an ungünstig geformten Körner im Zuschlag ist bei der heute überwiegend eingesetzten Aufbereitungstechnik in der Regel nicht kritisch. Erwünscht ist ein möglichst hoher Anteil von Splitt und Schotter am aufbereiteten Material. Der anfallende Brechsand kann je nach Aufbereitungsart einen im Vergleich zu natürlichen Sanden erhöhten Anteil im Kornbereich bis 0,5 mm aufweisen. Dies führt zu einem höheren Wasseranspruch der Betonmischungen und zu einem erhöhten Wassersaugen, was ein schnelleres und stärkeres Ansteifen der damit hergestellten Frischbetone zur Folge hat.

Durch gezielte Auswahl des Aufgabegutes kann die Zusammensetzung des aufbereiteten Materials vorgegeben werden. Grundsätzlich ist auch eine Trennung nach der Aufbereitung möglich, jedoch nicht wirtschaftlich. Die getrennte Aufgabe erfordert eine Sortentrennung bereits beim Abbruch und eine getrennte Lagerhaltung. Die Herstellung von Betonbrechsand, -splitt und -schotter ist nur auf diese Weise möglich. Beim Abbruch von Bauwerken mit Mischbauweise ist oftmals eine Sortentrennung nicht möglich oder nicht wirtschaftlich. Der dann anfallende Bauschutt enthält in der Regel neben Beton noch weitere Stoffe wie Fliesen, Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton, Mörtel, Gips, Boden u.a.. Außerdem treten noch metallische und nichtmineralische Anteile auf (Bild 2).

Bild 2: Zusammensetzung von Bauschutt, dargestellt am Beispiel eines Wohngebäudes in Mischbauweise

Es ist darauf zu achten, daß kein kontaminiertes Material in den Stoffkreislauf gelangt. Unter Kontamination versteht man das Vorhandensein von umwelt- und gesundheitsgefährdenden Stoffen im Abbruchmaterial in schädlicher Konzentration. Beim Abbruch ist kontaminiertes Material zu identifizieren, vom übrigen Abbruchmaterial zu trennen und zu entsorgen.

Beim Aufbereitungsprozeß entsteht Staub. Wird dieser zum Bestandteil des rezyklierten Zuschlags, so steigt dadurch sein Mehlkornanteil bzw. der Gehalt an abschlämmbaren Bestandteilen an, was sich betontechnolgisch nachteilig auswirkt. Rezyklierter Zuschlag, der naß aufbereitet wurde, weist diesbezüglich günstigere Werte auf als Zuschlag, der aus einer Trockenaufbereitungsanlage stammt. Die Naßaufbereitung hat weiterhin den Vorteil, daß der Gehalt an möglicherweise vorhandenen Störstoffen wie Sulfate, Chloride usw. reduziert wird.

Rezyklierter Zuschlag aus aufbereitetem Betonbruch muß die Anforderungen nach DIN 4226 erfüllen. Darüber hinaus ist zu fordern:

Tabelle 1: Mindest- und Höchstanteile von mineralischen und nichtmineralischen Bestandteilen im rezyklierten Zuschlag aus aufbereitetem Betonbruch

Tabelle 2: Zulässige Höchstwerte an Schadstoffen im rezyklierten Zuschlag aus aufbereitetem Betonbruch aus wasserrechtlicher Sicht (zu bestimmen am Eluat)
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