Beitrag
zum Münchener Massivbau-Seminar 1998
April 1998
Überprüfung der Bemessungskennwerte
für Beton
mit rezyklierten Zuschlägen
von Dipl.-Ing. Frank Roos, Lehrstuhl für Massivbau, TU München
Zusammenfassung
Aus dem Forschungsvorhaben Baustoffkreislauf im Massivbau ist die neue Richtlinie des DAfStb Beton mit rezykliertem Zuschlag" hervorgegangen. In diesem Artikel werden die Arbeiten der TU München, die sich mit der Überprüfung der Bemessungskennwerte befassen, vorgestellt. Es handelt sich im wesentlichen um Kriech-, Schwind- und Verbundversuche.
Dieses vom BMFT geförderte Projekt wird erstmals auch durch eine umfangreiche Information im Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Adresse lautet:
http:\\www.b-i-m.de
Einleitung
Am 20. Februar 1998 wurde in
Darmstadt die neue Richtlinie des DAfStb Beton mit
rezykliertem Zuschlag" [1] der Fachöffentlichkeit
vorgestellt. Somit liegt jetzt, eineinhalb Jahre nach der
Verabschiedung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes im
Oktober 1996, ein Leitfaden für den verantwortungsbewußt
handelnden Ingenieur vor.
Seit Inkrafttreten dieses neuen Gesetzes ist wer Güter
produziert, vermarktet oder konsumiert auch für deren
Vermeidung, Verwertung oder umweltfreundliche Beseitigung
verantwortlich. Das alte Prinzip Die Wirtschaft produziert,
die Gebietskörperschaften entsorgen" ist somit außer Kraft
gesetzt. Als direkte Folge davon muß sich auch die Bauwirtschaft
Gedanken über eine Wiederverwertung alter Baustoffe machen.
Wurde bereits kurz nach dem zweiten Weltkrieg die Verwertung von
Ziegelsplitt in die Normung [2] mit eingeführt, so wird nun mit
der neuen Richtlinie erstmals auch die Herstellung von Beton aus
Bauschutt geregelt.
Wie Bild 1 zeigt, ist somit für ca. 55 % aller anfallenden
Abbruchmaterialien eine Wiederverwertung in hochwertigen
Betonbauwerken möglich. Um bei der Bemessung das geforderte hohe
Sicherheitsniveau, das wir von Beton mit natürlichen Zuschlägen
gewöhnt sind, zu gewährleisten ist es nötig die
Bemessungskennwerte zu überprüfen und gegebenenfalls zu
modifizieren. Im Rahmen des vom BMFT und zahlreichen
Industrieunternehmen geförderten Forschungsvorhabens
Baustoffkreislauf im Massivbau" bearbeitet die
Technische Universität München die Teilprojekte zur
Überprüfung des Verbundverhaltens und der Betonkennwerte für
die Bemessung. Die jetzt vorliegende Richtlinie entstand im
wesentlichen aus den in diesem Forschungsvorhaben geleisteten
Arbeiten. Im weiteren wird hier der bisherige Verlauf und der
Fortgang der zuvor genannten Teilprojekte vorgestellt.

| Bild 1: | Zusammensetzung von Abbruchmaterialien nach [3] |
Versuchsprogramm
Um ein sinnvolles Versuchsprogramm
aufzubauen ist eine vorherige Zielsetzung unerläßlich. In
diesem Fall soll überprüft werden wie sich die rezyklierten
Zuschläge auf die Betonbemessungskennwerte und das
Verbundverhalten auswirken.
Aus praktischen Gründen ist es von Interesse, ob eine Bemessung
ohne Modifizierung der geltenden Normen, hier speziell der DIN
1045 in der Fassung von 1988, möglich ist. Dies darf
selbstverständlich nicht zu einer Senkung des Sicherheitsniveaus
führen.
Am besten lassen sich diese Untersuchungen durch einen direkten
Vergleich von Normalbeton und Recyclingbeton führen. Im Rahmen
der zwei Teilprojekte werden Schwind-, Kriech-, Verbund- und
Rißverzahnungsversuche an der TU München durchgeführt.
Zu Beginn des Forschungsvorhabens lagen keine Erfahrungen in der
Herstellung von Recyclingbeton vor. Da viele der oben genannten
Versuche eine sehr lange Laufzeit haben mußte also mit dem
Entwurf geeigneter Betonmischungen begonnen werden, obwohl das
Finden dieser Mischungen eigentlich Bestandteil anderer
Teilprojekte ist. Aus dem Gesamtprojekt ergaben sich, zwecks der
Vergleichbarkeit der Ergebnisse, folgende Randbedingungen für
den Beton:
Es wurden vier Vorserien betoniert, bis die Entscheidung für die drei letztlich bei den Versuchen ausgeführten Mischungen fiel. Sie unterscheiden sich voneinander im wesentlichen beim Prozentsatz an rezyklierten Zuschlägen.
| RC-N: | Dies ist ein Normalbeton mit 100% natürlichen Zuschlägen. Er dient als Referenzbeton. |
| RC-A: | Diese Mischung besteht in den Kornfraktionen 4/8 und 8/16 aus rezyklierten und in der Fraktion 0/4 aus natürlichen Zuschlägen. |
| RC-B: | Diese Mischung hat in allen Kornfraktionen einen Anteil von 100% Recyclingzuschlägen. |
Die Sieblinien wurden so festgelegt, daß sie sich immer zwischen den in der DIN 1045 festgelegten Linien A und B bewegten. Auch der Herstellungsprozeß ist im Rahmen des Forschungsvorhabens vorgeschrieben um eine Vergleichbarkeit zu erreichen. Die ofentrockenen Zuschläge wurden ohne den Zement mit dem Saugwasser und 20% des Anmachwassers 2 Minuten vorgemischt. Danach wurden sie abgedeckt und 10 Minuten stehengelassen. Nach der Zement und Wasserzugabe (80% Anmachwasser) wurde wiederum 2 Minuten gemischt. Im Anschluß daran wurde das Ausbreitmaß gemessen und über eine Fließmittelzugabe entschieden. Gegebenenfalls erfolgte nach der Zugabe noch einmal ein zweiminütiges Mischen.
Kriech- und Schwindversuche
Die Fest- und Frischbetoneigenschaften, die beim Betonieren für die Kriechversuche erreicht wurden sind in der Tabelle 1 dargestellt. Wie hieraus zu ersehen ist erfüllt der Beton mit 100% rezykliertem Zuschlag bezüglich Druckfestigkeit und Ausbreitmaß nicht die Bedingungen, die an einen B35 nach DIN 1045 [4] Tab. 1 und 2 gestellt werden. Es erwies sich, im Rahmen unserer Versuche, als nicht machbar, bei einem solchen Beton die gewünschten Eigenschaften zielsicher einzustellen. Hauptgrund für diese Schwierigkeiten ist sicherlich der Sand aus rezyklierten Zuschlägen, da sich bei der Serie RC-A (mit Natursand) alle Eigenschaften wie gewünscht beeinflussen ließen. Unter anderem aus diesem Grund wurde in der neuen Richtlinie die Verwendung von Recyclingsand beschränkt. Soll diese Beschränkung aufgehoben werden besteht noch Vorschungsbedarf, um die Eigenschaften sicher einstellen zu können.

| Tabelle 1: | Frisch- und Festbetoneigenschaften (jeweils Mittelwert aus drei Proben) |
Es wurden jeweils 10 Würfel mit
15 cm Kantenlänge für die Standardprüfungen und zwischen 16
und 25 Zylinder mit 15 cm Durchmesser bei 30 cm Höhe für die
Kriechversuche hergestellt.
Die Lagerung und Prüfung der Zylinder erfolgt im Dauerstandraum
der TU München in dem ständig eine Temperatur von 20°C und
eine Luftfeuchtigkeit von 65% herrscht. Die Versuche wurden mit
den selben Einrichtungen wie die von Nechvatal, Stöckl und
Kupfer [5] durchgeführt.
Von jeder Charge wurde ein Teil der Zylinder versiegelt um den
Schwindeinfluß auf die Betonverformung zu verringern. Nach dem
Erreichen des Alters von 28 Tagen, wurden die Zylinder in die
Prüfstände eingebaut und mit 30, 50 sowie 70 % der
Zylinderdruckfestigkeit belastet. In den ersten vier Tagen
erfolgte die Messung der Längsverformung, an vier Meßpunkten,
elektronisch alle 2 Minuten mit einer UPM 100. Danach wurde in
länger werdenden Abständen mit einem Setzdehnungsmesser von
Hand gemessen. Zur Zeit werden alle eingebauten Körper im Turnus
von 14 Tagen gemessen.

| Bild 2: Dreierturm | Bild 3: 70% Belastung | Bild 4: Bruchbild |
Der Versuchsaufbau für die
Versuche mit 30 % bzw. 50 % ist im Bild 2 dargestellt. Es wurden
jeweils drei Körper der gleichen Mischung übereinander
eingebaut, wobei der mittlere versiegelt war. Bild 3 zeigt einen
Zylinder der mit 70 % seiner Druckfestigkeit belastet ist. Aus
Gründen der Stabilität und der Sicherheit wurden bei hohen
Lasten die Körper jeweils einzeln eingebaut.
Durch mehrere Brüche von Versuchskörpern (Bild 4) noch in der
Anfangsphase der Belastung mit 70 %, entstanden Zweifel an der
Dauerstandfestigkeit von Beton mit rezyklierten Zuschlägen.
Darum wurde ein Tastversuch bei erhöhter Belastung
durchgeführt. Ein Zylinder der Mischung RC-B (100%
Recyclingzuschläge) wurde am 23.12.1997 mit 80% der
Zylinderdruckfestigkeit in einer hydraulischen Presse belastet.
Nach zehn Tagen zeigte der Körper erst eine leichte und im
weiteren Verlauf immer weiter zunehmende Schuppenbildung. Bis zum
18.3.1998 d.h. nach 85 Tagen ist noch kein Versagen eingetreten.
Das hervorragende Ergebnis dieses Versuches kann aber nicht
darüber hinweg täuschen, daß hier noch weiterer
Forschungsbedarf besteht. Dies ergibt sich schon aus der
Tatsache, daß sich ein Versuch nicht statistisch auswerten
läßt.
Bild 5 zeigt den Verlauf der Kriechverformungen der verschiedenen Betonrezepturen. Wie erwartet zeigt der Beton mit rezyklierten Zuschlägen eine höhere Kriechverformung als der Normalbeton. Da die Versuche noch nicht abgeschlossen sind und eine Auswertung bisher nur für einzelne Versuchskörper erfolgte, können zum jetzigen Zeitpunkt über die tatsächlichen Werte der Kriechverformung noch keine sicheren Aussagen gemacht werden.

| Bild 5: | Vergleich der Kriechverformungen (jeweils nur ein Zylinder) |
Parallel zu den Kriechversuchen laufen auch die Schwindversuche. Die Körper stammen aus den gleichen Betonmischungen und dienen auch gleichzeitig für die Kompensation der Schwindverformung bei den Kriechversuchen. Sie werden ebenfalls im Dauerstandraum bei 20°C und 65% Luftfeuchtigkeit gelagert und sind nicht belastet. Die Auswertung soll gleichzeitig mit der der Kriechversuchen stattfinden.
Verbundversuche
Entscheidend für die Bemessung,
soweit es den Verbund betrifft, ist die Verankerungslänge. Bei
der Überprüfung des Verbundverhaltens wurde an Ausziehkörpern
eine Verbundschlupfbeziehung ermittelt, mit deren Hilfe dann eine
Verankerungslänge errechnet werden kann. Die Auswertung und der
Vergleich zum Normalbeton ermöglichen somit eine Aussage
darüber, ob die alte DIN 1045 unverändert zur Bestimmung der
Verankerungslänge der Bewehrung von Recyclingbetonbauwerken
verwendet werden darf.
Für die Verbundversuche wurden wieder die selben Betonrezepturen
verwendet, die auch schon bei den Kriech- und Schwindversuchen
zum Einsatz kamen. Pro Charge wurden jeweils 12 Janovic-Körper
[6] und 3 Pullout-Körper nach Rilem [7], sowie 7 Würfel für
die Standardprüfungen betoniert. Die erzielten
Betoneigenschaften können der Tabelle 2 entnommen werden. Auch
hier wurden, trotz sorgfältiger Vorgehensweise, für die
Mischung RC-B (100% Recyclingzuschlag) die Bedingungen nach der
DIN 1045 nicht erreicht.

| Tabelle 2: | Betoneigenschaften |
Die Janovic - Körper sind Würfel, die zum Teil durch ein Stahlblech mit Styroporauflage geteilt sind (siehe auch Bild 6). Dadurch wird eine Art Konsole geschaffen, was den Vorteil bringt, daß sich im Gegensatz zu den herkömmlichen Prüfkörpern kein Druckgewölbe mehr ausbilden kann, was zu einem Einklemmen führen würde.

| Bild 6: | Werkplan Janovic - Körper |
Dies führt dazu, daß die Verhältnisse des Verbundes in der Biegezugzone optimal abgebildet werden können. Für die Versuche wurden jeweils drei identische Körper betoniert. Variiert wurden jeweils die Betondeckung und die Lage der Bewehrung beim Betonieren. Die Körper mit der oben und unten liegenden Bewehrung wurden jeweils in einer Schalung hergestellt und nach 28 Tagen an einer Sollbruchstelle gespalten. Bei allen Versuchen war die Verbundlänge mit 70 mm sowie der verwendete Stahl, ein BSt 500S, identisch. Die Materialwerte für den eingebauten Stahl sind in der Tabelle 3 dargestellt.
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| Tabelle 3: | Stahlkennwerte (Mittelwert aus drei Proben) |
Bei den Janovic - Körpern wurden die Kraft, der Schlupf sowie zweimal die Querdehnung der rißgefährdeten Seite gemessen. Den Versuchsaufbau zeigt Bild 7. Um den Einfluß der Verformung des Betonkörpers auf die Schlupfmessung möglichst gering zu halten, wurde versucht die Meßgeber so nah wie möglich an den Bewehrungsstab heran zu führen. Eine optimale Anordnung der Meßeinrichtungen ist in [8] beschrieben.

| Bild 7: Versuchsaufbau Janovic - Körper | Bild 8: Typisches Rißbild Janovic - Körper |
Die Pullout - Körper sind dagegen
sehr gut für reine Vergleichsversuche geeignet, bei denen der
Einfluß einzelner Parameter auf die Verbundspannungen untersucht
werden soll. Der Bewehrungsstab ist mittig angeordnet. Der Beton
wird auf Druck beansprucht, was zu einer Querdehnungsbehinderung
an der Auflagerung und zu einem Einquetschen des Stahles führt.
Bei diesen Versuchskörpern wurde nur der Schlupf und die Kraft
gemessen.
Alle Körper wurden nach dem Betonieren 7 Tage im Feuchtraum und
danach in der Halle bei ca. 15°C und 50% Luftfeuchtigkeit
gelagert. Die Probekörper hatten bei den Versuchen ein Alter von
genau 28 Tagen erreicht. Bei der Versuchsreihe RC-B sind
Schwindrisse aufgetreten. Die Rißbilder und die Rißbreiten
wurden vor Versuchsbeginn aufgezeichnet. Bild 8 zeigt das
typische Bruchbild eines Janovic - Körpers nach dem Versuch.
Erste Ergebnisse
Zum Zeitpunkt der
Manuskriptenabgabe war die statistische Auswertung leider noch
nicht so weit fortgeschritten, daß Aussagen über die Güte
einzelner Werte gemacht werden konnten. Mit der statistischen
Auswertung soll dann auch die Überprüfung der
Bemessungskennwerte, hier speziell der Verankerungslänge
stattfinden. Es ist möglich, daß bedingt durch die hohe
Streuung die bei Verbundversuchen auftreten eine optimale
statistische Auswertung mit nur drei Versuchen nicht erfolgen
kann.
Die ENV 1991-1 : 1994 [9] bietet bereits bei einem kleinen
Stichprobenumfang die Möglichkeit die Verteilungsparameter einer
Normalverteilung zu bestimmen. Diese hat dann aber eine sehr hohe
Streuung, die der Recyclingbeton in der Wirklichkeit vielleicht
gar nicht aufweist. Hier sollte auf jeden Fall, eventuell durch
die Ausweitung der Verbundversuche, noch weiter geforscht werden.
Die drei Kurven in den folgenden Bildern stellen jeweils den
Mittelwert aus den drei Versuchen mit identischen Randbedingungen
dar. Zu beachten ist, daß die Verbundspannungen bezogen auf die
Betonfestigkeit angegeben sind. Die Serie RC-V-B hat den
angestrebten B 35 aber nicht erreicht. Müller geht in [10] davon
aus, daß für den Einfluß der Betondruckfestigkeit, zumindest
im mittleren Bereich, Proportionalität zu den Verbundspannungen
besteht und somit der Unterschied für diese Art der Betrachtung
keine Rolle spielt. Dies sollte aber bei der Auswertung nochmals
kritisch betrachtet werden.

| Bild 9: | Bezogene Verbundspannungen - Schlupf (Janovic-Körper) |
In allen Diagrammen wurde eine logarithmische Darstellung gewählt, um die Unterschiede im Anfangsbereich des Schlupfes besser zu erkennen.

| Bild 10: | Bezogene Verbundspannungen - Schlupf (Janovic-Körper) |
Die fette schwarze Gerade stellt die zulässige bezogene mittlere Verbundspannung nach der DIN 1045 dar. Der Recyclingbeton zeigt insgesamt ein deutlich weicheres Verbundverhalten bei fast gleichen Spitzenwerten. Diese weichen maximal um 10% vom Normalbeton ab. Die Körper mit oben liegender Bewehrung und einer Betondeckung von 28 mm (Bild 11) zeigen die mit Abstand größte Abweichung des Recyclingbetons vom Normalbeton, gerade was die Verbundfestigkeit im Anfangsbereich angeht.

| Bild 11: | Bezogene Verbundspannungen - Schlupf (Janovic-Körper) |
Da bei den Versuchen mit weniger Betondeckung (Bild 12) eine wesentlich geringere Abweichung aufgetreten ist muß, davon ausgegangen werden, daß der Verbund durch oder nach dem Herstellungsprozeß geschädigt wurde. Bei allen Serien wurde Wert darauf gelegt, daß die Betonoberfläche nicht durch glätten Nachverdichtet

| Bild 12: | Bezogene Verbundspannungen - Schlupf (Janovic-Körper) |
Am interessantesten für einen direkten Vergleich des Verbundverhaltens der verschiedenen Betone sind sicherlich die Ergebnisse der Pullout Körper. Diese sind im Bild 13 zu sehen. Auch hier tritt nur eine sehr geringe Abweichung der Spitzenwerte bei gleichzeitig deutlich weicherem Verbundverhalten des Betons mit rezyklierten Zuschlägen auf.

| Bild 13: | Bezogene Verbundspannungen - Schlupf (Pullout Körper) |
Bei diesen Körpern zeigt sich auch die größte Abweichung, was die Haftverbundfestigkeit am Versuchsbeginn angeht. Da dieser aber nur unbedeutend zur Gesamttragfähigkeit beiträgt, weil er schon bei sehr kleinen Verschiebungen verloren geht, ist auch hier für die Verankerungslänge sicherlich das weichere Verbundverhalten maßgebend.
Ausblick
Die Verwendung von Zuschlägen aus Abbruchmaterial schont natürliche Ressourcen, spart Deponieraum und trägt somit zu einem umweltgerechten Wirtschaften bei. Wie erste Erfahrungen an einem Demonstrationsbauwerk in Darmstadt zeigen, läßt sich Recyclingbeton problemlos wie Normalbeton verarbeiten. Durch die neue Richtlinie wird jetzt auch die sichere Bemessung ermöglicht und somit steht dem Einsatz dieses neuen" Baustoffes nichts mehr im Wege. Es bleibt zu hoffen, daß auch die Akzeptanz in dem Maße steigt wie eine weiterführende Forschung die Wissensbasis erweitert.
Für den interessierten Leser sei hier noch auf ein Teilprojekt des Forschungsvorhabens verwiesen in dem alle Ergebnisse gesammelt und nach Beendigung im Internet unter folgender Adresse veröffentlicht werden:
http:\\www.b-i-m.de
Literaturverzeichnis
| [1] | Deutscher Ausschuß für Stahlbeton (Hrsg.): Richtlinie Beton mit rezykliertem Zuschlag, Teil 1 und 2, 10. Entwurf ; Beuth Verlag GmbH ; Berlin, März 1998 |
| [2] | Deutsches Institut für Normung e.V. (Hrsg.): DIN 4163, Ziegelsplittbeton, Bestimmungen für Herstellung und Anwendung ; Beuth Verlag GmbH ; Berlin, Februar 1951 |
| [3] | Hersel, O.: Kreislaufgerechtes Bauen, Rezyklierte Zuschläge, 18. Darmstädter Massivbau-Seminar ; In: Beton 2 (1998) (S.93-96) |
| [4] | Deutsches Institut für Normung e.V. (Hrsg.): DIN 1045 Beton und Stahlbeton, Bemessung und Ausführung ; Beuth Verlag GmbH ; Berlin, Juli 1988 |
| [5] | D. Nechvatal; S. Stöckl; H. Kupfer: Kriechen, Rückkriechen und Dauerstandfestigkeit von Beton bei unterschiedlichem Feuchtegehalt und Verwendung von Portlandzement bzw. Portlandkalksteinzement ; Heft 442 DAfStb ; Berlin, 1994 |
| [6] | Janovic, K.: Bericht über den neuen konsolförmigen Ausziehkörper als Vorschlag für ein allgemein gültiges Verbundprüfverfahren; Lehrstuhl für Massivbau, Techn. Univ. München ; Bericht Nr. 1349 München, 1979 |
| [7] | Rilem: Recommendations for bond tests on reinforcing bars ; Matériaux et Constructions, Vol.3, No. 15, 1970 |
| [8] | Schmidt-Thrö G. ; Stöckl S. ; Kupfer H.: Einfluß der Probekörperform und der Meßpunktanordnung auf die Ergebnisse von Ausziehversuchen ; Heft 378 DAfStb Berlin, 1986 |
| [9] | Deutsches Institut für Normung e.V. (Hrsg.): ENV 1991-1 : 1994 ; Beuth Verlag GmbH , Berlin, 1994 |
| [10] | H.H. Müller: Schlußbericht zum Forschungsvorhaben Verbund-Grundgesetze unter dem Einfluß der Sprengwirkung und der Betondeckung ; Lehrstuhl für Massivbau, Techn. Univ. München ; Bericht Nr. 1500 ; München, 1995 |