2.3 Einteilung rezyklierter Zuschläge
Bild 4 zeigt die Einordnung der untersuchten rezyklierten Zuschläge anhand der Parameter Kornrohdichte (vgl. /18/) und Beton + natürlicher Zuschlag" (vgl. /2/).

| Bild 4: | Einteilung von rezyklierten Zuschlägen aus aufbereitetem Beton und mineralischen Baustoffgemischen (Praxisgemische und künstlich hergestellte Gemische) nach der Kornrohdichte und dem Anteil Beton + natürlicher Zuschlag" (ZB1, ZB2, D, C, BB: künstlich hergestellte Baustoffgemische, vgl. Bild 5) |
Es wird deutlich, daß nicht in jedem Fall über den Parameter Kornrohdichte auf die Hauptbestandteile der rezyklierten Zuschläge geschlossen werden kann. Dies ist i. d. R. vor allem dann der Fall, wenn außer Bestandteilen aus Mauerwerkabbruch und Beton (hierzu zählen bei der stofflichen Zusammensetzung reiner Zementstein und natürliche Zuschlagkörner mit anhaftendem Zementstein) ein entsprechender Anteil natürlichen Zuschlags ohne Anhaftungen enthalten ist. Zur gezielten Untersuchung der Schwankungen der Zuschlageigenschaften auf die Frisch- und Festbetoneigenschaften wurden Zuschlaggemische definierter Zusammensetzung künstlich hergestellt, die eine Bandbreite von Kornrohdichten zwischen rd. 1600 und rd. 2400 kg/m3 repräsentieren (ZB 1, ZB 2, C und D in Bild 4). Dabei wurden zunächst als wesentliche Bestandteile die Gehalte an Betonsplitt, Ziegelsplitt und Kalksandsteinsplitt variiert. Rezyklierte Zuschläge aus Leichtbeton und Porenbeton sind aufgrund ihrer geringen Rohdichten und damit verbundenen geringen Festigkeiten sowie zusätzlich aufgrund ihres mangelnden Frostwiderstandes bei Durchfeuchtung zur Herstellung von Normalbeton nur bedingt geeignet. Beide Materialien werden bereits heute in den Aufbereitungsanlagen bei der Herstellung von Zuschlägen für den Straßen- und Wegebau i. d. R. aussortiert. Die künstlich hergestellten Zuschlaggemische spiegeln gleichzeitig die Entwicklung der im Hochbau verwendeten Mengen dieser mineralischen Baustoffe zwischen 1950 und 1990 wieder, wobei ergänzend anzumerken ist, daß aufgrund der mit der Zeit zunehmenden Verwendung von wärmedämmenden Mauerziegeln (Leichtziegel) mit geringeren Steinrohdichten die Darstellung in M.-% eine Abnahme der Verwendung vortäuscht, die nur bedingt der tatsächlichen Entwicklung entspricht (Bild 5).

| Bild 5: | Zusammensetzung künstlich hergestellter mineralischer Baustoffgemische |
Bild 5 zeigt die Zusammensetzung der künstlich hergestellten Zuschlaggemische. Die Einordnung der Gemische bzgl. Kornrohdichte und Anteil Beton + natürlicher Zuschlag" ist Bild 4 zu entnehmen (eingetragen sind jeweils die Mittelwerte der Kornrohdichten der Fraktionen 2/8 und 8/16). In die Untersuchungen wurden 2 Sorten von Mauerziegeln (ZB1, r Rg = 1900 kg/m3; ZB2 r Rg = 1630 kg/m3) einbezogen. Die Versuche wurden zunächst mit ZB1 und Gemischen mit ZB1 (Gemische C und D) durchgeführt. Die Herstellung der künstlichen Bauschuttgemische erfolgte durch Zerkleinerung in Backenbrecher und Prallmühle in einer Aufbereitungsanlage. Dort lag bereits Betonsplitt als Endprodukt der Aufbereitung - in den entsprechenden Fraktionen - in geeigneter Qualität vor. Der Betonsplitt bestand im Mittel zu 38 M.-% aus Beton (reiner Zementstein + natürlicher Zuschlag mit anhaftendem Zemenstein) und zu 60 M.-% aus zementsteinfreien Zuschlagkörnern. Die Erzeugung des Ziegelsplitts ZB1 erfolgte durch Brechen ungebrauchter Mauerziegel des Typs Hlz 12 - 0,9. Für die Herstellung des Kalksandsteinsplitts wurden Reststücke von Kalksandstein-Planelementen der Festigkeitsklasse 8 zerkleinert.
Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Eigenschaften der künstlich hergestellten Zuschlaggemische.

| Tabelle 1: | Eigenschaften künstlich hergestellter mineralischer Baustoffgemische |