| A | 3.2 | Spaltzugfestigkeit und Rohdichte von Beton |
Bei Anwendung auf Beton mit rezykliertem Zuschlag nach der DAfStb-Richtlinie zu beachten:
" Keine Unterschiede "
Wesen des Verfahrens
Belastet man einen
Betonprobekörper mit rechteckigem Querschnitt zwischen zwei
gegenüberliegenden Linien bis zum Bruch, so läßt sich aus der
Höchstlast und den Abmessungen des Probekörpers die
Spaltzugfestigkeit in N/mm2 errechnen. Teilt man die
Masse des Betonkörpers durch sein Volumen, so ergibt sich die
Festbetonrohdichte, die in kg/m3 angegeben wird.
Prüfvorschrift
DIN 1048, Teil 5, Ausgabe Juni 1991.
Geräte und Hilfsmittel
1. Druckprüfmaschine, Meßbereich
400 kN (DIN 51223),
2. Stoppuhr oder
------Belastungsgeschwindigkeitsregler/-vorgeber,
3. Meßschieber,
4. zwei Lastverteilungsstreifen, 5 mm dick und 10 mm breit,
-----aus Hartfilz der Härte F 5 oder H 1
-----(DIN 61200) oder aus
5. Hartfaserplatten, Rohdichte = 850 kg/rn3 (DIN
68750),
6. handelsübliche Waage, Wägebereich 30 kg, Ablesegenauigkeit
10 g.
Durchführung
1. Für die Prüfung sind z. B. Reststücke der Biegezugfestigkeitsprüfung geeignet.
2. Probekörper aus Wasserlagerungsbehälter nehmen.
3. Bis zur Prüfung, diese muß innerhalb von 60 Minuten erfolgen, mit feuchten Tüchern abdecken.
4· Probekörperhöhe (h), -breite (b) und -länge (l) auf 1 mm genau mit Meßschieber feststellen.
5. Proben auf 0,02kg (20 g) gerundet wiegen (mb).
6. Festbetonrohdichte (r) nach folgende Gleichung bestimmen:

Hierin bedeuten:
| rR | = | Festbetonrohdichte in kg/m3 |
| mb | = | Masse des Probekörpers in kg |
| l | = | Länge der Probe in m |
| b | = | Breite der Probe in m |
| h | = | Höhe der Probe in m |
7. Mittelinie auf untere Druckplatte mit Bleistift o.ä. anzeichnen.
8. Lastverteilungsstreifen auf Mittellinie auflegen
9. Probekörper so auf den Streifen legen, daß der Abstand vom Probekörperende mindestens der halben Probekörperhöhe entspricht. Die Fläche des Prüfkörpers, die beim Betonieren oben gelegen hat, darf nicht belastet werden. Ggf. oberstehendes längeres Balkenende in geeigneter Weise abstützen.
10. Oberen Streifen so auflegen, daß beide Streifen sich genau gegenüberliegen.
11. Prüfmaschine für erforderlichen Meßbereich einrichten.
12. Kolben etwas herausfahren, Nullpunkt der Manometerskala kontrollieren, Schleppzeiger an Lastzeiger anlegen.
13. Belastungsgeschwindigkeit nach
folgende Gleichung errechnen:
( Spannungszunahme von (0,05 ± 0,02) N/mm2 pro
Sekunde)
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Hierin bedeuten:
| V | = | Belastungsgeschwindigkeit in N/s |
| b | = | Breite des Probekörpers in mm |
| h | = | Höhe des Probekörpers in mm |
14. Errechnete Belastungsgeschwindigkeit mit Stoppuhr kontrollieren oder ggf. am BeIastungsgeschwindigkeitsregler/-vorgeber einstellen (zum Beispiel V = 1750 N/s beim Balken mit b = 150 mm und h = 150 mm).
15. Druckplatten langsam kraftschlüssig an Probekörper heranfahren.
16. Vorgegebene Belastungsgeschwindigkeit mit Stoppuhr oder Belastungsgeschwindigkeitsregler-/vorgeber kontrollieren und Probe bis zum Bruch belasten (Bild 1).
17. Höchstlast (F) ablesen.

Bild 1: Spaltzugfestigkeit am Betonwürfel
18. Umrechnung der abgelesenen Höchstlast (F) in Spaltzugfestigkeit nach folgende Gleichung vornehmen:

Hierin bedeuten:
| bSZ | = | Spaltzugfestigkeit in N/mm2 |
| F | = | Höchstlast in kN |
| b | = | Breite des Probekörpers in mm |
| h | = | Höhe des Probekörpers in mm |
19. Das Ergebnis ist bei Werten ³ 1 N/mm2 auf 0,1 N/mm2, bei Werten < 1 N/mm2 auf 0,01 N/mm2 gerundet anzugeben.
Literatur
| 1 | DIN 1048, Teil 5, ; Prüfverfahren für Beton, 1991 |
| 2 | R. Riker; Maschinentechnik im Betonbau, Ernst & Sohn, 1996 |
| 3 | S. Härig, K. Günther, D. Klausen; Technologie der Baustoffe, Verlag C. F. Müller, Karlsruhe, 1991 |
| 4 | W. Scholz; Baustoffkenntnis, Werner Verlag, 1984 |
| 5 | R. Wendehorst; Baustoffkunde für Studium und Selbstunterricht, Curt R. Vincentz Verlag, 1975 |