B 3.4 Frost-Tausalz-Wechsel Widerstand

Bei Anwendung auf Beton mit rezykliertem Zuschlag nach der DAfStb-Richtlinie zu beachten:

" Keine Unterschiede "

Wesen des Verfahrens

Die Durchführung des im folgenden beschriebenen Prüfverfahrens und die Bewertung des Ergebnisses setzen sowohl Einrichtungen mit dafür geeigneter technischer Ausstattung als auch umfangreiche Erfahrungen mit solchen Untersuchungen voraus. Mit dem Verfahren wird in erster Linie der Frost-Tausalz-Wechsel Widerstand des oberflächennahen Bereiches geprüft.

Prüfvorschrift

DIN 1045, Ausgabe 1988,
ÖNORM B 3303

Geräte und Hilfsmittel

1. Behälter mit einer Breite von rd. 120 mm, einer Länge von rd. 260 mm und einer Höhe von rd. 150 mm,
2. Temperaturmeßgeräte

Durchführung

1. Im Alter von 27 Tagen, 1 Tag vor Beginn der Frostprüfung, wird die Masse der Würfel auf 1 g genau bestimmt und die Rohdichte ermittelt.

2. Die beiden für für den Frostversuch vorgesehenen Würfel eines Betons werden anschließend so in den Behälter gestellt und der Behälter mit 3%iger NaCl-Lösung gefüllt. Gesondert hergestellte Würfel (z. B. für die Prüfung von Betonausgangsstoffen) werden so in den Behälter gestellt, daß die Hestellungsoberseite rechtwinklig zum Behälterboden liegt und der Abstand eines Würfels von der Längsseite des Behälters rd. 10 mm, von einer Stirnseite rd. 20 mm und vom Boden rd. 10 mm beträgt. Bei Würfeln aus Betonerzeugnissen oder aus Bauwerken soll die durch Tausalz beanspruchte Seite Lagerungsoberseite bei der Frost-Tausalz-Prüfung sein.

3. Die Würfel werden in der NaCl-Lösung eingefroren und aufgetaut.

4. Der Abstand der Behälter untereinander und von den Frosttruhenwänden darf 50 mm nicht unterschreiten; danach beginnen die Frost-Tausalz-Wechsel.

5. Einmal jede Woche sind die Behälter umzustellen, und zwar werden sie um 180o gedreht und zyklisch vertauscht.

6. Die Anzahl der Behälter in der Truhe muß immer gleich sein.

7. Sind nur wenige Würfel zu prüfen, so müssen deshalb ggf. Behälter mit "Blindwürfeln" eingelagert werden.

8. Die Behälter dürfen nicht übereinander gestapelt werden. Die Temperatur der Frosttruhe muß so geregelt werden, daß die Temperatur in Würfelmitte (Ausgangstemperatur (20 ± 2 ) oC) nach 2 Stunden (0 ± 2 ) oC erreicht, 2 Stunden bei (0 ± 2 ) oC verbleit und anschließend nach 12 Stunden (-15 ± 2 ) oC erreicht.

9. Die Lufttemperatur in der Kühltruhe darf -20 oC nicht unterschreiten.

10. Unmittelbar nach der 16stündigen Abkühlphase wird die Truhe mit Wasser von (20 ± 2 ) oC so schnell geflutet, daß das Wasser nach spätestens 15 Minuten die Behälter mindestens 50 mm bedeckt.

11. Die Auftauphase dauert insgesamt 8 Stunden. Das Wasser muß laufend in Bewegung gehalten und so temperiert oder gekühlt werden, daß die Wassertemperatur an jeder Stelle der Truhe während des gesamten Auftauvorganges (20 ± 2 ) oC beträgt.

12. 15 Minuten vor dem Ende der 8stündigen Auftauphase wird das Wasser innerhalb von höchstens 15 Minuten aus der Truhe gepumpt.

13. Wenn in Ausnahmefällen eine Unterbrechung der Prüfung notwendig ist, sollten die Behälter mit den Würfeln im eingefrorenen Zustand bei (-15 ± 2 ) oC verbleiben.

14. Dieser Frost-Tau-Wechsel wird 100mal wiederholt.

15. Nach 10, 25, 50, 75 und 100 Frost-Tausalz-Wechseln werden die Würfel im aufgetauten Zustand augenscheinlich daraufhin beurteilt, ob Risse oder sonstige wesentliche Veränderungen aufgetreten sind und ob die Abwitterungen flächig sind oder es sich um Kantenabwitterungen handelt und wird der Behälter mit neuer 3%iger NaCl-Lösung gefüllt.

16. Anschließend sind sie mit der Bürste so unter leichtem Druck abzubürsten, daß die schon gelockerten Bestandteile sich lösen und aufgefangen werden können.

17. Das Wasser wird vorsichtig aus dem Behälter durch einen feinen Filter abgegossen.

18. Alle abgefrosteten Bestandteile (aus dem Behälter, aus dem Filter und die abgebürsteten) werden 24 Stunden lang bei (110 ± 5 ) oC getrocknet und ihre Masse auf 0,1 g genau bestimmt.

19. Durch Bezug der Masse der abgefrosteten Bestandteile auf die Masse der beiden lufttrockenen Würfel am 27. Tag ergibt sich der Masseverlust. Vor Beginn der nächsten Abkühlphase wird der Behälter mit den Würfeln mit frischem Leitungswasser von (20 ± 2 ) oC aufgefüllt.

 

Literatur

1 R. Riker; Maschinentechnik im Betonbau, Ernst & Sohn, 1996
2 S. Härig, K. Günther, D. Klausen; Technologie der Baustoffe, Verlag C. F. Müller, Karlsruhe, 1991
3 DAfstb, Hest 422, S. 16
4 W. Scholz; Baustoffkenntnis, Werner Verlag, 1984
5 R. Wendehorst; Baustoffkunde für Studium und Selbstunterricht, Curt R. Vincentz Verlag, 1975