A 2.1 Luftgehalt von Frischbeton ( >> Rohdichte von Frischbeton)

Bei Anwendung auf Beton mit rezykliertem Zuschlag nach der DAfStb-Richtlinie zu beachten:

Im Rahmen des Festigkeitsnachweises für den Beton sollten zusätzlich der Luftgehalt am Frischbeton und die Frischbetonrohdichte bestimmt werden.

Wesen des Verfahrens

Bei der Prüfung des Luftgehaltes mittels Druckausgleichverfahrens wird zwischen einem mit Beton und einem mit Druckluft gefüllten Behälter Druckausgleich hergestellt. Der dabei durch den Luftgehalt des Betons bedingte Druckabfall wird auf einem kalibrierten Manometer als prozentualer Luftgehalt der Probe abgelesen.

Prüfvorschrift

DIN 1048 Teil 1, 1991 ,

Geräte und Hilfsmittel

1. Luftgehaltsprüfer, (DIN 1048), 8 l Inhalt, kalibriert,
2. Probenbehälter h/d = ca. 1,2
3. Druckmeßgerät, Fehlergrenze bis zum

  Meßwert von < 6% mind. 0,1% (absolut)
Meßwert von > 6% mind. 0,5% (absolut)

4. Aufsatzring, 15 cm hoch (DIN 1048)
5. Rütteltisch,
6. Verdichtungsgeräte, jedoch kein Innenrüttler,
7. Kelle,
8. Messinglineal, Länge ca. 30 cm,
9. Wasserspritzball,
10. Wasserkanne,
11. handelsübliche Waage, Wägebereich 50 kg, Ablesegenauigkeit 20 g.

Durchführung

1. Leeren Topf auf 0,020 kg genau wiegen (m2).

2. Topf (1) des Gerätes (Bild 2) mit Aufsatzring (2) versehen und Frischbeton einbringen.

3. Beton vollständig verdichten.

4. Aufsatzring abnehmen und überstehenden Beton an der Topfoberkante bündig mit Messinglineal abziehen.

5. Gefüllten Topf auf 0,020 kg genau wiegen (m1).

6. Rohdichte errechnen:

7. Topfrand säubern, Deckelunterfläche (3) anfeuchten und aufsetzen (Bild 1).

8. Feststellschrauben des Deckels kreuzweise Anziehen, von je zwei gegenüberliegenden Sterngriffen (4) (Bild 3).

9. Beide Deckelhähne (5) öffnen und durch einen Hahn Wasser einfüllen, damit der Luftraum zwischen Deckel und Betonoberfläche ausgefüllt wird. So lange forfahren, bis am zweiten Deckelhahn blasenfreies Wasser austritt.

10. Deckelhähne geöffnet lassen und Pumpenstange (6) der eingebauten Luftpumpe durch Linksdrehen des Knopfes aus Arretierung lösen.

11. So lange pumpen, bis Manometerzeiger (7) einige Millimeter hinter der roten Eichmarkierung zum Stehen kommt.

12. Einige Sekunden warten und mit Feinregulierungsventil (8) Manometerzeiger auf rote Eichmarkierung einregulieren.

Bild 1: Luftgehaltsprüfer

Bild 2: Befüllen des Topfes

 

Bild 3: Kreuzweises Anziehen der Feststellschrauben

 

13. Beide Ventilhähne schließen und Daumenhebel (9) einige Sekunden kräftig herunterdrücken, damit Druckluft in Topf strömen kann.

14. Mit Finger leicht an Manometer klopfen, bis Zeiger zur Ruhe kommt.

15. Prozentualen Luftgehalt des Frischbetons, bis 6% auf 0,1% (absolut) und größere Volumenanteile auf 0,5% (absolut) genau, direkt am Manometer ablesen.

16. Danach zuerst beide Deckelhähne langsam öffnen und Druck ablassen.

17. Feinregulierungsventil ganz öffnen und Restdruck aus Druckkammer lassen.

18. Deckel abschrauben und Behälter sofort säubern.

Beurteilung

Zum Beispiel bei hoher Frost- und Tausalzbeanspruchung des Betons sind unter Zuhilfenahme von Luftporenbildendenden Zusatzmitteln folgende Luftgehalte nach DIN 1045, Ausgabe Juli 1988, Abschn. 6.5.7.3, einzuhalten:

Größtkorn 8 mm 16 mm 32 mm 63 mm
Mittelerer Luftgehalt Vol.-% 5,5% 4,5% 4,0% 3,5%

 

Erfoderlicher Luftgehalt des Frischbetons nach ZTV-Beton-StB 91:

  Midestluftgehalt des Frischbetons
im Tagesmittel Vol.-% Einzelwerte Vol.-%
Beton ohne BV oder FM 4,0 3,5
Beton mit BV und/oder FM 5,0 4,5

Einzelwerte dürfen diese Anforderungen um höchstens 0,5% unterschreiten.

Literatur

1 DIN 1048, Teil 1, Prüfverfahren für Beton-Frischbeton, 1991
2 R. Riker; Maschinentechnik im Betonbau, Ernst & Sohn, 1996
3 S. Härig, K. Günther, D. Klausen; Technologie der Baustoffe, Verlag C. F. Müller, Karlsruhe, 1991
4 W. Scholz; Baustoffkenntnis, Werner Verlag, 1984
5 R. Wendehorst; Baustoffkunde für Studium und Selbstunterricht, Curt R. Vincentz Verlag, 1975