| A | 2.3 | Konsistenz von Frischbeton (Ausbreitversuch) | ( >> Verdichtungsversuch ) |
Bei Anwendung auf Beton mit rezykliertem Zuschlag nach der DAfStb-Richtlinie zu beachten:
Bei der Eignungsprüfung ist die Veränderung der Konsistenz in Abhängigkeit von der Zeit festzustellen. Dazu wird die Konsistenz 10 Minuten und 90 Minuten nach der Wasserzugabe bestimmt.
Wesen des Verfahrens
Beim Ausbreitversuch wird eine kegelstumpfförmige Betonmenge durch Formänderungsarbeit zu einem Kuchen verformt. Hierbei breitet sich der Beton kreisförmig aus. Der mittlere Durchmesser des Kuchens in mm gilt als Maß für die Konsistenz (Verformbarkeit, Beweglichkeit, Verdichtungswilligkeit).
Prüfvorschrift
DIN 1048, Teil 1, Ausgabe Juni 1991.
Geräte und Hilfsmittel
1. Ausbreittisch (DIN 1048),
2. kegelstumpfförmige Form (DIN 1048),
3. Schmutzkragen
4. Holzstab (DIN 1048),
5. Einfüllschaufel (ca. 0,61),
6. Stahllineal,
7. Tuch,
8. Meßschieber oder Zentimetermaßstab.

Bild 1: Ausbreittisch
Durchführung
Vorbemerkung:
Höhe des Anschlags für die
Begrenzung der Hubhöhe prüfen: (40 *0,5) mm.
Leichtgängigkeit der Scharniere und Sauberkeit der
Anschlagflächen prüfen.
1. Ausbreittisch auf unnachgiebiger Unterlage waagerecht lagern.
2. Tischplatte des Ausbreittisches und Innenfläehe der Form mit feuchtem Tuch abwischen.
3. Form mittig auf Ausbreittisch setzen.
4. Form etwa bis zur Hälfte mittels Handschaufel reihum mit Beton füllen; hierbei Füße auf Haltebleche der Form stellen und mit dem Holzstab den Beton ohne Verdichtungswirkung ebnen.
5. Form auf gleiche Weise mit Überstand füllen.
6. Mit Stahllineal Beton bündig ohne Verdichtungswirkung abstreichen.
7. Freie Ausbreittischfläche reinigen und feucht nachwischen; dabei ist die Form mittig fest auf den Ausbreittisch zu drücken.
8. Form mit beiden Händen lotrecht hochziehen und beiseite stellen.
9. Tischplatte in etwa 15 Sekunden 15mal bis zum Anschlag ohne daran anzustoßen anheben und frei (Finger rasch aus dem Griff ziehen) fallen lassen. Füße hierbei auf Trittbleche stellen.
10. Kuchen während des Versuches auf Zusammenhalt, Wasserabsonderung usw. beurteilen.

Bild 2: Messen des Ausbreitmaßes
11. Durchmesser (a) des Kuchens in zwei Richtungen parallel zu den Tischkanten auf 5 mm genau messen (a1 und a2).
12. Mittel aus beiden Messungen auf 10 mm gerundet angeben.
13. Der gesamte Versuch soIl innerhalb von 90 Sekunden ausgerührt sein.
14. Zeitspanne von der Wasserzugabe bei der Herstellung bis zum Zeitpunkt der Konsistenzprüfung in min angeben (Index heim Kennbuchstaben).
Beurteilung
Nach DIN 1045, Abschn. 6.5.3, wird das Ausbreitmaß folgendermaßen beurteilt:
35 cm bis 41 cm: Konsistenzbereich
= KP (plastisch)
42 cm bis 48 cm: Konsistenzbereich = KR (weich)
49 cm bis 60 cm: Konsistenzbereich = KF (fließfähig)
In den Konsistenzbereichen KP und KR kann bei Verwendung von Splittbeton, sehr mehlkornreichem Beton, Leicht- oder Schwerbeton die Bestimmung des Verdichtungsmaßes zweckmäßiger als die des Ausbreitmaßes sein. In diesem Fällen sind Vereinbarungen über das anzuwendende Prüfverfahren und die einzuhaltenden Konsistenzmaße zu treffen.
Ergibt sich kein geschlossener Kuchen (starke Wasser- oder Leimabsonderungen, starke Absonderungen von Grobzuschlag oder ein Umfallen des Betonkegels zu Beginn des Ausbreitversuches) oder weichen die beiden Durchmesser um mehr als 50 mm voneinander ab, so ist anstatt des Ausbreitmaßes "zerfallen" anzugeben.
Für den Konsistenzbereich KS (steifer Beton) ist der Ausbreitversuch nicht geeignet.
Literatur
| 1 | DIN 1048, Teil 1, Prüfverfahren für Beton-Frischbeton |
| 2 | R. Riker; Maschinentechnik im Betonbau, Ernst & Sohn, 1996 |
| 3 | S. Härig, K. Günther, D. Klausen; Technologie der Baustoffe, Verlag C. F. Müller, Karlsruhe, 1991 |
| 4 | W. Scholz; Baustoffkenntnis, Werner Verlag, 1984 |
| 5 | R. Wendehorst; Baustoffkunde für Studium und Selbstunterricht, Curt R. Vincentz Verlag, 1975 |