| A | 1.4 | Kornrohdichte (Pyknometer-Verfahren) |
Bei Anwendung auf rezyklierten Zuschlag nach DAfStb-Richtlinie "Beton mit rezykliertem Zuschlag" zu beachten:
Wöchentliche Ermittlung der Kornrohdichte nach DIN 4226-3. (Ersatzweise kann auch die Schüttdichte nach DIN 4226-3 bestimmt und daraus die Kornrohdichte abgeleitet werden, wenn das Verhältnis bekannt ist.).
Betonsplitt und Betonbrechsand
müssen eine mittlere Kornrohdichte von r ³ 2,0 kg/dm3
aufweisen.
Die mittlere Kornrohdichte ist für jede der hergestellten
Korngruppen anzugeben. Die Schwankung der Kornrohdichten des
Betonsplitts ist auf D r = ± 0,1 kg/dm3 um den Mittelwert zu
begrenzen. Zusätzlich muß die Schüttdichte des Betonsplitts
und Betonbrechsands angegeben werden.
Häufigkeit der Prüfungen
| Eigenschaften | Anforderung | WPK | FÜ |
| Kornrohdichte | DIN 4226-2, 6.6.3 | wöchentlich | 2mal jährlich |
| WPK | werkeigene Produktionskontrolle |
| FÜ | Fremdüberwachung |
Wesen des Verfahrens
Je Versuch ist mindestens das 50fache des Zahlenwertes der Korngröße des Größtkorns in g, mindestens jedoch 500 g des Zuschlags zu prüfen. Dabei ist die Probe einer größeren, 24 Stunden bei (110 ± 5) oC getrockneten Durchschnittsprobe zu entnehemen. Das Gewicht der Probe ist auf 0,5 g zu bestimmen.
An einer bestimmten Menge Zuschlag wird mit einem Pyknometer das Volumen ermittelt. Aus der Masse des Zuschlags und seinem Volumen wird die Kornrohdichte errechnet und in g/cm3 angegeben.
Prüfvorschrift
DIN 4226, Teil 3, Augabe April
1983
Anlehnung an DIN 1996, Teil 7, Ausgabe Januar 1983.
Geräte und Hilfsmittel
1. Pyknometer, bestehend aus
Weithals-Standflasche mit Steilbrust (DIN 12039), 1000 cm3,
sowie Kapillarstopfen mit Meßmarke,
2. Präzisionswaage, Wägebereich 5kg, Ablesegenauigkeit 0,1 g,
3. Schüssel, 30 cm Durchmesser,
4. Spritzflasche aus Polyäthylen, 0,5 l,
5. Rührstab,
6. Wärmeschrank,
7. Warmluftgebläse (z. B. Haartrockner, Heizlüfter),
8. Wasserbad, temeprierbar,
9. Thermostat,
10. Handschaufel,
11. Probenteiler.
Durchführung
1. Durchschnittsprobe entnehmen. Probe soll lagerfeucht sein. Oberflächentrockene Zuschläge mindestens eine halbe Stunde unter Wasser lagern.
2. Zwei Proben für zwei Versuche etwa entsprechend Tafel 1 abwiegen und auf sauberer Unterlage ausbreiten. Die Schichtdicke soll etwa dem Größtkorn entsprechend.
| Größtkorn in mm |
Prüfgutmenge je Versuch in g (mindestens) |
| bis 8 | 500 |
| bis 16 | 800 |
| bis 32 | 1600 |
Tafel 1
3. Proben an der Luft unter Umrühren oberflächentrocken werden lassen, bis nur noch wenige Stellen mattfeucht erscheinen. Sand darf nicht mehr aneinanderkleben.
4. Wasserbad (Thermostat) auf 25 ± 1) oC temperieren. Volumen muß etwa dem Dreifachen des Pykometervolumens entsprechen. Höhe des Rostes bzw. des Wasserstandes so einstellen, daß das Pyknometer bis etwa 20 mm unter Oberkante des Schliffes umspült wird.
5. Etwas destilliertes Wasser aufkochen (luftfrei) und auf (25 ± 1) oC temperieren.
6. Pyknometer mit Prüfflüssigkeit fast bis zur Meßmarke (unterer Meniskus) auffüllen und Pyknometer mindestens 60 Minuten im Wasserbad (25 ± 1) oC temperieren.
7. Pyknometer mit Prüfflüssigkeit bis zur Meßmarke auffüllen, aus dem Wasserbad nehmen, sorgfältig abtrocknen und auf 0,2 g genau wiegen (m1).
8. Pyknometer entleeren, wiegen und Prüfgutmenge (mg,k) nach Tafel 1 auf 0,2 g genau zuwiegen.
9. Pyknometer mit Prüfflüssigkeit bis etwa 30 mm unterhalb des Schliffes auffüllen.
10. Luftblasen an Zuschlagkörnen durch langsames, kräftiges Umrühren mit Rührstab, Rollen oder Rütteln auf dem Rütteltisch entfernen.
11. Rührstab beim Herausnehmen abspülen, Schliffaufsatz aufsetzen und Pyknometer bis fast zur Meßmarke mit Prüfflüssigkeit auffüllen.
12. Pyknometer einschließlich Schliffaufsatz, Prüfflüssigkeit und Prüfgutmenge mindestens 60 Minuten lang im Wasserbad (25 ± 1) oC temperieren. Badflüssigkeit muß bis auf 20 mm unterhalb des Pyknometerrandes reichen.
13. Mit temperierter Prüfflüssigkeit Pyknometer bis zur Meßmarke auffüllen, aus dem Wasserbad nehmen und sorgfältig abtrocken.

Bild 1: Pyknometer zur Ermittlung der Kornrohdichte
14. Pyknometer einschließlich Schliffaufsatz, Prüfflüssigkeit und Prüfgutmenge auf 0,2 g genau wiegen (m2).
15. Wasser vorsichtig abgießen und Prüfgutmenge bei (110 ± 5) oC 24 Stunden trocknen und auf 0,2 g genau wiegen (mg,od).
16. Versuch mit zweiter Prüfgutmenge siehe Pkt. 8 bis 15 wiederholen.
17. Kornrohdichte des bei (110 ± 5) oC getrockneten Zuschlags nach folgenden berechnen:

Hierin bedeuten:
| rg,od | = | Kornrohdichte des bei (110 ± 5) oC getrockneten Zuschlags in g/cm3 |
| mg,od | = | Masse des bei (110 ± 5) oC getrockneten Zuschlags in g |
| mg,k | = | Masse des oberflächentrockenen, kernfeuchten Zuschlags in g |
| m1 | = | Masse des Pyknometers einschließlich Schliffaufsatz und Prüfflüssigkeit in g |
| m2 | = | Masse des Pyknometers einschließlich Schliffaufsatz, Prüfflüssigkeit und Prüfgutmenge in g |
Beurteilung
Die Anforderungen an Recyclingzuschlag gemäß der Richtlinie "Beton mit rezykliertem Zuschlag" des DAfStb wurden in BiM-Dialog zusammengestellt.
Literatur
| 1 | DIN 4226, Teil 3, Zuschlag für Beton; Prüfung von Zuschlag mit dichtem oder porigem Gefüge |
| 2 | R. Riker; Maschinentechnik im Betonbau, Ernst & Sohn, 1996 |
| 3 | H. W. Iken, R. Lackner, U. Zimmer; Handbuch der Betonprüfung, Beton Verlag, 1994 |
| 4 | S. Härig, K. Günther, D. Klausen; Technologie der Baustoffe, Verlag C. F. Müller, Karlsruhe, 1991 |
| 5 | W. Scholz; Baustoffkenntnis, Werner Verlag, 1984 |
| 6 | R. Wendehorst; Baustoffkunde für Studium und Selbstunterricht, Curt R. Vincentz Verlag, 1975 |