A 1.5 Wasseraufnahme

Bei Anwendung auf rezyklierten Zuschlag nach DAfStb-Richtlinie "Beton mit rezykliertem Zuschlag" zu beachten:

Nach DAfStb-Richtlinie wird die Wasseraufnahme nach 10 min, nicht nur nach 24 h berechnet.

Da der Zuschlag in der Regel nicht ofentrocken, sondern in "lufttrockenem" Zustand vorliegt, muß vor dem Betonieren die Eigenfeuchte der Zuschläge durch Trocknen bei 110±5 °C bis zu Massekonstanz bestimmt werden. Die Differenz aus Eigenfeuchte und Wasseraufnahme des ofentrockenen Zuschlags nach 10 min (W10min) ergibt in diesem Fall das zusätzlich Zugabewasser ("Saugwasser"), welches bei der Berechnung des wirksamen Wasserzementwertes w/zeff (BiM-Lexikon) nicht mit berücksichtigt wird. Wenn die Stoffraumrechnung für den Entwurf der Betonzusammensetzung auf der Basis der Dichte der ofentrockenen Zuschläge berechnet wurde, ist die Eigenfeuchte beim Abwiegen der Zuschläge entsprechend zu berücksichtigen.

Häufigkeit der Prüfungen

Eigenschaften Anforderung WPK
Wasseraufnahme
Betonsplitt und Betonbrechsand
> 2 mm
nach 10min
£ 10,0 M.-%
wöchentlich 2mal jährlich
Wasseraufnahme
Betonbrechsand
£ 2 mm
nach 10min
£ 15,0 M.-%
wöchentlich 2mal jährlich
WPK werkeigene Produktionskontrolle
Fremdüberwachung

Die Wasseraufnahme ist für jede Korngruppe anzugeben.

Wesen des Verfahrens

Aus der Masse des oberflächentrockenen, wassergesättigten Zuschlags und seinem Volumen wird die Wasseraufnahme (Kernfeuchte) in Gew.-% errechnet.

Prüfvorschrift

DAfStb-Richtlinie - Beton mit rezykliertem Zuschlag, Teil 2

Geräte und Hilfsmittel

1. Präzisionswaage, Wägebereich 5kg, Ablesegenauigkeit 0,1 g,
2. Schüssel, 30 cm Durchmesser,
3. Spritzflasche aus Polyäthylen, 0,5 l,
4. Rührstab,
5. Wärmeschrank,
6. Konische Form nach ISO 7033, Abschnitt 4.6,
8. Exsikkator,
9. Flachschalen mit ebenem Boden von mindestens 0,1 m2 Fläche und einem Rand von mindestens 50 mm Höhe,
10. Thermometer,
11. Warmluftgebläse (z. B. Haartrockner, Heizlüfter mit ca. 500 W, Windgeschw. ca. 3 m/s),
12. Trockene Tücher,
13. Handschaufel,
14. Probenteiler,
15. Glaszylinder (Inhalt ca. 5000 ml, Durchmesser ca. 160 mm).

Für Brechsand:
16. Filterpapier,
17. Mittlerer Pinsel.

Durchführung

1. Je Versuch ist mindestens das 50fache des Zahlenwertes der Korngröße des Größtkorns in Gramm, mindestens jedoch 500g des Zuschlags zu prüfen. Die Prüfung der Kornrohdichte und der Wasseraufnahme an Brechsand 0/2 mm oder 0/4 mm sind ohne das Mehlkorn < 0,125 mm durchzuführen.

2. Nach Trocknung bei (110±5) °C bis zur Massenkonstanz und Bestimmung der Trockenmasse (mg,od) in g ist die Probe nach Abkühlen im Exsikkator bis auf Raumtemperatur (20±2)°C 10 Minuten bzw. mindestens 24 Stunden im Wasser bei Raumtemperatur zu lagern.

3. Wasser vorsichtig abgießen, damit kein Material verlorengeht.

Herstellung oberflächentrockener, wassergesättigter Proben (Brechsand):

4a. Brechsand ist im Warmluftstrahl (z.B. Fön) so lange zu trocknen, bis er mattfeucht erscheint und rieselfähig ist. Hierfür hat sich folgendes Verfahren als zweckmäßig erwiesen:
Nach der Wasserlagerung läßt man den Brechsand auf dem Filterpapier abtropfen. Anschließend werden der Brechsand und das Filterpapier in einen Glaszylinder (z.B. 5000 ml / 160 mm Durchmesser) gefüllt. Ein Fön (rd. 500 Watt) ist rd. 30 cm über der Probe so anzubringen, daß sich die Probe nicht über 60 °C erhitzt. Die Windgeschwindigkeit sollte rd. 3 m/s betragen. Zunächst ist mit einem Pinsel nach kurzer Trocknungszeit der am Filter anhaftende Brechsand zu entfernen und der Filter aus dem Glaszylinder zu nehmen. Der Brechsand wird im Glaszylinder so lange weiter unter ständigem Rühren getrocknet, bis der oben beschriebene mattfeuchte und rieselfähige Zustand erreicht ist.

5a. Von diesem nun oberflächentrockenen, wassergesättigten Material ist die Masse in g zu bestimmen (mf10min, bzw. mf24h).

Herstellung oberflächentrockener, wassergesättigter Proben (grober Zuschlag):

4b. Bei der Prüfung von Betonsplitt ist die Probe mit einem schwach feuchten Baumwollhandtuch so lange abzutrocknen, bis die Zuschlagoberfläche mattfeucht erscheint.

5b. Von diesem nun oberflächentrockenen, wassergesättigten Material ist die Masse in g zu bestimmen (mf10min, bzw. mf24h).

6. Die Wasseraufnahme W10min in Gew.-% :

7. Die Wasseraufnahme W24h in Gew.-% :

Die Wasseraufnahme wird auf 0,1% genau ermittelt.

Hierin bedeuten:

W24h, W10min = Wasseraufnahme in Masse-% nach 10 min, bzw. 24 h
mf24h, mf10min = Masse der oberflächentrockenen, kernfeuchten Probe in g nach 10 min, bzw. 24 h
mg,od = Masse der getrockneten Probe in g

Beurteilung

Die Anforderungen an Recyclingzuschlag gemäß der Richtlinie "Beton mit rezykliertem Zuschlag" des DAfStb wurden in BiM-Dialog zusammengestellt.

Literatur

1 DAfStb-Richtlinie, Beton mit rezyklierten Zuschlag, Feb. 1998
2 DIN 4226, Teil 3, Zuschlag für Beton; Prüfung von Zuschlag mit dichtem oder porigem Gefüge
3 R. Riker; Maschinentechnik im Betonbau, Ernst & Sohn, 1996
4 H. W. Iken, R. Lackner, U. Zimmer; Handbuch der Betonprüfung, Beton Verlag, 1994
5 S. Härig, K. Günther, D. Klausen; Technologie der Baustoffe, Verlag C. F. Müller, Karlsruhe, 1991
6 W. Scholz; Baustoffkenntnis, Werner Verlag, 1984
7 R. Wendehorst; Baustoffkunde für Studium und Selbstunterricht, Curt R. Vincentz Verlag, 1975