A 1.6 Abschlämmbare Bestandteile (Auswaschverfahren)

Bei Anwendung auf rezyklierten Zuschlag nach DAfStb-Richtlinie "Beton mit rezykliertem Zuschlag" zu beachten:

" Keine Unterschied "

Häufigkeit der Prüfungen

Eigenschaften Anforderung WPK
Abschlämmbare Bestandteile DIN 4226-1, 7.6.2 *) 1mal jährlich

 

WPK werkeigene Produktionskontrolle
Fremdüberwachung
*) Der Fremdüberwacher legt die Häufigkeit im Rahmen der Zertifizierung oder Fremdüberwachung fest

Wesen des Verfahrens

Eine Zuschlagprobe wird über dem Sieb 0,063 mm ausgewaschen. Der hierbei auftretende Masseverlust ist der Gehalt an abschlämmbaren Bestandteilen. Er wird, bezogen auf die Trockenmasse des Zuschlags, in Masse-% angegeben.

Prüfvorschrift

DIN 4226, Teil 3, Ausgabe 1983.

Geräte und Hilfsmittel

1. Prüfsiebe mit Metallrand, 400 mm Durchmesser,
8 mm Quadratlochung (DIN 4187, Teil 27),
1 mm und 0,063 mm Maschenweite (DIN 4188, Teil 1),
2. Haarpinsel,
3. Wärmeschrank,
4. Präzisionswaage, Wägebereich 10 kg, Ablesegenauigkeit 1 g,
5. Präzisionswaage, Wägebereich 1 kg, Ablesegenauigkeit 0,1 g,
6. Schüsseln,
7. Löffel,
8. Probenteiler.

Durchführung

1. Für diese Bestimmung sind mindestens zwei, ggf. drei Auswaschversuche erforderlich.

2. Aus Durchschnittsprobe des Zuschlags Prüfgutmenge nach folgende Tafel entnehmen.

Größtkorn
in mm
Prüfgutmenge
in g
mindestens
bis 4 2 000
bis 8 8 000
bis 16 14 000
bis 32 20 000
bis 63 40 000

3. Aus Prüfgutmenge vier massegleiche Proben herstellen. Probenteiler verwenden. Probemengen kleiner als 1000 g auf 0,2 g genau, Probemengen größer als 1000 g auf 1 g genau abwiegen.

4. Proben kennzeichnen (Probe 1, 2, 3 und 4).

5. Probe 1 in Wärmeschrank stellen und 24 Stunden bei (110 ± 5) oC trocknen..

6. Probe 2, 3 und 4 (Reserve) in Schüssel mindestens zwölf Stunden unter Wasser lagern. Bei feuchtem Zuschlag darf Wasserlagerung auf vier Stunden verkürzt werden.

7. Prüfsiebe 0.063 mm, 1mm, 8mm aufeinandersetzen.

8. Probe 2 unmittelbar vor Prüfung fünf Minuten kräftig durchrühren und ohne Rückstände in das oberste Sieb (8 mm) geben. Hierbei mit Wasserstrahl Reste aus Schüssel spülen.

9. Nacheinander Zuschlag auf den Sieben, beginnend mit dem größten Sieb, so lange mit Wasserstrahl auswaschen, bis Rückstand frei von abschlämmbaren Bestandteilen und das durchfließende Wasser klar ist (Bild 1)

 

Bild 1: Abschlämmbare Bestandteile (Auswaschverfahren)

 

10. Sieb 0,063 mm beim Auswaschen zusätzlich mit Haarpinsel überstreichen.

11. Rückstände der Siebe in Schüssel geben, hierbei Rüchstand auf Sieb 0,063 mm vorsichtig mit Wasser ausspülen.

12. Nach Absetzen der Feinanteile klares Wasser vorsichtig aus Schüssel abgießen.

13. Schüssel mit Siebrückständen in Wärmeschrank stellen und bei (110 ± 5) oC 24 Stunden trocknen.

14. Nach dem Erkalten Trockenmasse der Probe 1 (mg,od) und der Probe 2 (mg,a,od) bestimmen.

15. Gehalt an abschlämmbaren Bestandteilen:

Hierin bedeuten:

ag = Gehalt an abschlämmbaren Bestandteilen in Masse-%
mg,od = Trockenmasse der Ausgangsprobe P 1 in g
mg,a,od = Trockenmasse der abgeschlämmten Probe 2 in g

16. Auswaschversuch ein zweites Mal mit Probe 3 wiederholen (Punkt 2 bis 15).

17. Ist der Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Auswaschversuch größer als 0,2 Masse-%, so ist ein dritter Auswaschversuch notwendig.

18. Mittelwert aus den zwei bzw. drei ermittelten Ergebnissen bilden.

Beurteilung

Die Anforderungen an Recyclingzuschlag gemäß der Richtlinie "Beton mit rezykliertem Zuschlag" des DAfStb wurden in BiM-Dialog zusammengestellt.

Nach DIN 4226, Teil 1, Tab. 2, sind bei Zuschlägen mit dichtem Gefüge als Regelanforderung folgende Höchstgehalte an abschlämmbaren Bestandteilen festgelegt:

Korngruppe/
Lieferkörnung
in mm
Höchstgehalt
an abschlämmbaren
Bestandteilen
in Masse-%
0/1, 0/2, 0/4 4,0
0/8, 1/2, 1/4, 2/4 3,0
0/16, 0/32, 2/8, 4/8 2,0
0/63, 2/16, 4/16, 4/32 1,0
8/16, 8/32, 16/32, 32/63 0,5

Diese Richtwerte dürfen überschritten werden (Verminderte Anforderungen DIN 4226, Teil 1, Abschnitt 7.1.3), wenn die Brauchbarkeit des hieraus hergestellten Betons für die vorgesehene Aufgabe durch eine Eignungsprüfung nachgewiesen wird.

Literatur

1 DIN 4226, Teil 3, Zuschlag für Beton; Prüfung von Zuschlag mit dichtem oder porigem Gefüge
2 R. Riker; Maschinentechnik im Betonbau, Ernst & Sohn, 1996
3 H. W. Iken, R. Lackner, U. Zimmer; Handbuch der Betonprüfung, Beton Verlag, 1994
4 S. Härig, K. Günther, D. Klausen; Technologie der Baustoffe, Verlag C. F. Müller, Karlsruhe, 1991
5 W. Scholz; Baustoffkenntnis, Werner Verlag, 1984
6 R. Wendehorst; Baustoffkunde für Studium und Selbstunterricht, Curt R. Vincentz Verlag, 1975