A 1.7 Chloridgehalt an Zuschlag ( >> Sulfatgehalt an Zuschlag )

Bei Anwendung auf rezyklierten Zuschlag nach DAfStb-Richtlinie "Beton mit rezykliertem Zuschlag" zu beachten:

" Keine Unterschiede "

Häufigkeit der Prüfungen

Eigenschaften Anforderung WPK
Stahlangreifende Stoffe DIN 4226-1, 7.6.6 wöchentlich 2mal jährlich
   
WPK werkeigene Produktionskontrolle
Fremdüberwachung

Wesen des Verfahrens

An einer Durchschnittsprobe wird der Chloridgehalt des Zuschlags potentiometrisch ermittelt und in Masse-% angegeben.

Prüfvorschrift

DIN 4226, Teil 3, Ausgabe 1983.

Geräte und Hilfsmittel

1. Mörser mit Pistill,
2. Wärmeschrank
3. Prüfsiebe 2 mm und 0,25 mm Maschenweite (DIN 4188, Teil 1),
4. Glastropfflasche mit Salpetersäure (1:10),
5. Präzisionswaage, Wägebereich 2 kg, Ablesegenauigkeit 0,1 g,
6. Mörsermühle,
7. Exsikkator,
8. Porzellanschüsseln,
9. Handschaufel,
10. Glasdosierflasche 50 ml, mit Aceton p. A.,
11. Bechergläser 400 ml,
12. Indikatorpapier (pH-Bereich 0-7),
13. Kolbenbürette,
14. Heizplatte, regelbar,
15. Schwarzbandfilter (Filtergruppe 1),
16. Meßzylinder, 250 ml,
17. Spritzflasche mit destilliertem Wasser
18. Potentiograph mit Zubehör,
19. Natriumchloridlösung (c[NaCl] = 0,02 mol/l),
------(Lösung aus Fertigampullen, z. B. Fixanal oder Titriplex frisch ansetzen),
20. Silbernitratlösung (c[AgNO3] = 0.02 mol/l),
------(Lösung ebenfalls aus Fertigampullen)
21. Glasanalysentrichter (oberer Durchmesser 7 cm),
22. Filtriergestell,
23. Glasstab,

Durchführung

1. Durchschnittsprobe entnehmen und mittels Probeteiler auf 1 kg verringern.

2. Probe 24 Stunden im Wärmeschrank bei (110 ± 5) oC trocknen.

3. Probe im Mörser zerkleinern, so daß auf 2-mm Prüfsieb kein Rückstand verbleibt.

4. Davon Durchschnittsprobe von 120 g entnehmen.

5. Probe soweit zerkleinern (z. B. durch Mahlen in einer gut gesäuberten Mörsermühle), daß auf dem Sieb 0,25 mm kein Rückstand verbleibt.

6. Probe in Porzellanschüssel geben, bei (110 ± 5) oC bis zur Massekonstanz trocknen und im Exsikkator auf Raumtemperatur abkühlen lassen.

7. 100 g der Probe (Einwaage E) in ein 400 ml Becherglas geben, 200 ml destilliertes Wasser zufügen und mit Uhrglas abdecken.

8. Zehn Minuten Kochen und 30 Minuten absitzen lassen..

9. 150 ml der überstehenden Lösung durch ein Schwarzbandfilter abdekantieren.

10. 100 ml des Filtrates mit Pipette in ein 250 ml Becherglas geben.

11. Durch Zutropfen von Salpetersäure (1:10) unter Umrühren auf pH = 2 bis 3 bringen.

12. Zugeben von 5 ml Natriumchloridlösung und 50 ml Aceton.

13. Potentiometrische Titration entsprechend Anweisung des Potentiographen-Herstellers. Es wird mit Silbernitratlösung titriert. Als Indikator wird eine Silber-/Silberchlorid-Elektrode verwendet.

14. Verbrauch (A) an Silbernitratlösung in ml notieren.

15. Chloridgehalt :

Hierin bedeuten:

A = Verbrauch an Silbernitratlösung in ml - 5 ml Vorlage an Natriumchloridlösung
E = Einwaage in g

Beurteilung

Die Anforderungen an Recyclingzuschlag gemäß der Richtlinie "Beton mit rezykliertem Zuschlag" des DAfStb wurden in BiM-Dialog zusammengestellt. 

Nach DIN 4226, Teil 1 und Teil 2, darf der Chloridgehalt in Masse-% folgende Werte nicht überschritten:

a) bei Zuschlag für Beton und Stahlbeton nach DIN 1045 und Spannbeton nach DIN 4227, Teil 1 (Vorspannung mit nachträglichem Verbund): 0,04 Masse-%,
b) bei Zuschlag für Spannbeton nach DIN 4227, Teil 1 (Vorspannung mit sofortigem Verbund), und Einpreßmörtel nach DIN 4227, Teil 5: 0,02 Masse-%.

Literatur

1 DIN 4226, Teil 3, Zuschlag für Beton; Prüfung von Zuschlag mit dichtem oder porigem Gefüge
2 R. Riker; Maschinentechnik im Betonbau, Ernst & Sohn, 1996
3 H. W. Iken, R. Lackner, U. Zimmer; Handbuch der Betonprüfung, Beton Verlag, 1994
4 S. Härig, K. Günther, D. Klausen; Technologie der Baustoffe, Verlag C. F. Müller, Karlsruhe, 1991
5 W. Scholz; Baustoffkenntnis, Werner Verlag, 1984
6 R. Wendehorst; Baustoffkunde für Studium und Selbstunterricht, Curt R. Vincentz Verlag, 1975