| B | 1.2 | Frostwiederstand von Zuschlag |
Bei Anwendung auf rezyklierten Zuschlag nach DAfStb-Richtlinie "Beton mit rezykliertem Zuschlag" zu beachten:
" Keine Unterschied "
Häufigkeit der Prüfungen
| Eigenschaften | Anforderung | WPK | FÜ |
| Widerstand gegen Frost | DIN 4226-2, 7.5.2 | ? | 2mal jährlich |
| WPK | werkeigene Produktionskontrolle |
| FÜ | Fremdüberwachung |
Wesen des Verfahrens
Mäßig durchfeuchteter Zuschlag einer Kornklasse wird 20 Frost-Tau-Wechseln ausgesetzt. Die hierbei gegebenenfalls durch Frosteinwirkung auftretende Zerkleinerung der Zuschlagkörner wird durch Absieben auf dem Prüfsieb mit der halben Lochweite, das auf die untere Prüfkorngröße folgt, ermittelt. Der Durchgang in Masse-% ist ein Maß für den Frostwiderstand.
Prüfvorschrift
DIN 4226, Teil 3, Ausgabe 1983,
DIN 52104, Teil 1, Ausgabe 1982
Geräte und Hilfsmittel
1. Kälteschrank,
2. Präzisionswaage, Wägebereich 10 kg, Ablesegenauigkeit 0,2 g,
3. Siebsatz mit den Sieben 2 mm (DIN 4187, Teil 2), 4 mm, 5 mm,
11 mm, 16 mm, 22 mm, 25 mm, 31,5 mm, 45 mm, 63 mm (DIN 4188, Teil
1),
4. Wärmeschrank,
5. Behälter, Bodenfläche etwa 10 dm3, Höhe
mindestens 200 mm,
6. Probenteiler,
7. Wasserbehälter.
Durchführung
1. Für den Versuch sind Korngrößen ab 4 mm geeignet. Bei Zuschlag mit dichtem Gefüge sind die Kornklassen 8/16 mm und 16/32 mm, bei Leichtzuschlag die Kornklassen 8/16 mm und 16/25 mm zu bevorzugen.
2. Temperatur des Kälteraumes auf -20 oC einstellen, sie darf -22 oC nicht unterschreiten.
3. Durchschnittsprobe entnehmen, waschen und von losen Teilen befreien und bei (110 ± 5) oC im Wärmeschrank 24 Stunden trocknen.
4. Ausgewählte Kornklasse mittels Handsiebung von Überkorn und Unterkorn befreien.
5. Durch Probenteilung drei
Probemengen nach (Tafel 1) bereitstellen:
Abweichungen von ± 2% sind zulässig.
6. Etwa 10 l Wasser luftfrei kochen und auf +20 bis +25 oC abkühlen lassen.
7. Proben in drei Behälter mit je 10 dm2 Bodenfläche geben und mit luftfrei gekochtem Wasser übergießen und zwei Stunden mindestens 10 mm mit Wasser (20 bis 25 oC) bedeckt stehenlassen.
8. Wasser abgießen und Probe auf ein Sieb geben und eine Minute abtropfen lassen.
Proben zurück in Behälter geben und gleichmäßig ausbreiten (Bild 1).
| Kornklasse mm |
Probemenge (G1) je Versuch bei Körnungen mit |
Ablesegenauigkeit g |
|
| dichtem
Gefüge g |
porigem
Gefüge g |
||
| 4/8, 5/8, 8/16, 8/11, 11/16, 16/25 | 2000 | 1000 | 0,2 |
| 16/32, 16/22, 22/32 | 4000 | - | 0,5 |
| 32/63, 32/45, 45/56 | 6000 | - | 0,5 |
Tafel 1
10. Behälter in Kälteraum setzen, der eine Temperatur von -20 oC aufweist. Abstand der Behälter untereinander und von den Schrankwänden darf 50 mm nicht unterschreiten. Temperatur darf nach dem Beschicken -15 oC nicht überschreiten.
11. Proben mindestens vier Stunden im Kälteraum belassen.
12. Behälter mit Proben herausnehmen, Proben mit Wasser übergießen und während einer Stunde in Wasser von (20 ± 3) oC auftauen.
13. Wasser abgießen und Proben auf einem Sieb eine Minute abtropfen lassen.
14. Frost-Tau-Wechsel insgesamt 20mal ausführen (siehe Punkt 10 bis 13).
15. Nach je zwei Frost -Tau-Wechseln Standpunkte der Behälter wechseln, damit mögliche Unterschiede in der Beanspruchung an einzelnen Stellen des Kälteschranks ausgeglichen werden. Bei Unterbrechnung der Prüfung z. B. an Sonn- und Feiertagen bleiben die Proben bei -20 oC im Kälteschrank.

Bild 1: Frostversuch (Gefrieren von Zuschlag an der Luft)
16. Nach Auftauen Proben jeweils auf das nächstkleinere Prüfsieb, das auf die untere Prüfkorngröße folgt, schütten (z. B. die Kornklasse 16/32 auf das Sieb mit 8 mm Lochweite).
17. Proben von Hand absieben und anhaftende Feinanteile nötigenfalls mit Wasserstrahl abspülen.
18. Siebrückstände bei (110 ± 5) oC im Wärmeschrank 24 Stunden trocknen.
19. Siebrückstände wiegen (G2) und Siebdurchgänge in Masse-%:

Hierin bedeuten:
| G1 | = | Ausgangmasse der Probe in g |
| G2 | = | Siebrückstand nach dem Versuch in g |
20. Mittelwert aus den drei Versuchen errechnen.
Beurteilung
Die Anforderungen an Recyclingzuschlag gemäß der Richtlinie "Beton mit rezykliertem Zuschlag" des DAfStb wurden in BiM-Dialog zusammengestellt.
Nach DIN 4226, Teil 1 und 2, gilt der Widerstand gegen Frost bei mäßiger Durchfeuchtung des Betons im allgemeinen ausreichend, wenn der Durchgang durch das vorgesehene Prüfsieb 4 Masse-% nicht überschritten.
Literatur
| 1 | DIN 4226, Teil 3, Zuschlag für Beton; Prüfung von Zuschlag mit dichtem oder porigem Gefüge |
| 2 | R. Riker; Maschinentechnik im Betonbau, Ernst & Sohn, 1996 |
| 3 | H. W. Iken, R. Lackner, U. Zimmer; Handbuch der Betonprüfung, Beton Verlag, 1994 |
| 4 | S. Härig, K. Günther, D. Klausen; Technologie der Baustoffe, Verlag C. F. Müller, Karlsruhe, 1991 |
| 5 | W. Scholz; Baustoffkenntnis, Werner Verlag, 1984 |
| 6 | R. Wendehorst; Baustoffkunde für Studium und Selbstunterricht, Curt R. Vincentz Verlag, 1975 |