Das ist Baustoffkreislauf im Massivbau (BiM)

Beim Abbruch von Bauwerken fallen die unterschiedlichsten Stoffe in
zum Teil erheblichen Mengen an

Zielsetzung
"Baustoffkreislauf im Massivbau" (BiM) ist ein bundesweit an Hochschulen, Forschungsinstituten und Industriefirmen durchgeführtes Forschungsvorhaben mit dem Ziel, aus Bauwerksabbrüchen stammendes Material wieder möglichst vollständig in den Stoffkreislauf einzubringen.

Grundlagenorientierte Forschungen sollen abklären, unter welchen Bedingungen die beim Abbruch von Bauwerken anfallenden mineralischen Baurestmassen bei der Erstellung von Neubauten wiederverwendet werden können. Es gilt die natürlichen Ressourcen von Sand und Kies zu schonen und den Deponiebedarf für Bauschutt zu reduzieren.

 

Der aus Abbruchobjekten gewonnene und entsprechend aufbereitete Beton bzw. Bauschutt soll an Stelle von Zuschlag aus natürlichen Rohstoffen in den Baustoffkreislauf wiedereingebracht werden.

Ausgangssituation

Beton entsteht erst, wenn der Betonzuschlag aus Flußkies oder z.B. Steinsplitt im richtigen Verhältnis zusammen mit Wasser und Zement vermischt wird und erhärtet.

Geplant ist, das aus der Aufbereitung von mineral. Bauschutt stammende Material als Ausgangsstoff für die Betonherstellung zu verwenden.
Betonzuschlag aus Abbruchmaterial besitzt als Sekundärrohstoff andere Eigenschaften als der natürliche Zuschlag. Deshalb weist auch der aus diesen Materialien hergestellte Beton zum Teil entscheidende Unterschiede zu einem Beton auf, der aus natürlichen Zuschlägen hergestellt wurde. Aus diesen Gründen darf bis jetzt das bei einem Abbruch gewonnene Material auch nach einer Aufbereitung nicht ohne weiteres wieder zur Herstellung von tragenden Betonkonstruktionen verwendet werden.

Der Gesetzgeber läßt wegen der noch unbekannten Risiken für die Sicherheit die Wiederverwertung im standsicherheitsrelevanten Bereich nur in Ausnahmefällen zu. Solche Ausnahmefälle erfordern einen kosten- und zeitintensiven bauaufsichtlichen Akt der "Zustimmung im Einzelfall" und setzen außerdem die Zustimmung des Auftraggebers voraus. Damit ist die Wiederverwertung von Recyclingzuschlägen im Massivbau heute sehr stark eingeschränkt und mengenmäßig ohne Bedeutung.

Diese Situation ist auch dafür verantwortlich, daß momentan das bei Abbruch und Rückbau von Konstruktionen anfallende Material so gut wie ausschließlich für untergeordnete Bauaufgaben, wie z. B. im Straßenbau oder als Füllmaterial im Erdbau, eingesetzt wird.

 

Problemstellungen

Vorhandene Recyclingmodelle, die bereits für bewegliche Güter und Produkte entwickelt wurden um wiedergewonnene Stoffe in den Materialkreislauf zurückfließen zu lassen, können nicht auf aus Baurestmassen stammende Materialien angewendet werden. Dies liegt zum großen Teil an den derzeitigen Abbruchverfahren, die nur auf die wirtschaftliche Beseitigung der Bausubstanz ausgerichtet sind und keine Rücksicht auf die Art und Beschaffenheit des anfallenden Materials im Hinblick auf die spätere Wiederverwertung nehmen. Der große Grad der Veränderung der Struktur, die der Baustoff nach dem Abbruch gegenüber dem Ausgangsmaterial erfährt, ist recyclingfeindlich.

Die angestrebte Wiederverwendung von Baurestmassen auf hohem Niveau verlangt, daß sich die Veränderungen in der Struktur der Baustoffe in engen Grenzen hält. Dies ist nur zu erreichen, wenn die Verfahren bei Abbruch und Aufbereiten auf die spätere Wiederverwendung schon abgestimmt sind. Die aus der Aufbereitung hervorgehenden Sekundärrohstoffe stehen im ökonomischen und technischen Wettbewerb zu den primären Ausgangsstoffen. Eine hochwertige Wiederverwertung ist nur dann möglich, wenn sie wirtschaftlich ist und verbindliche Regeln vorliegen, die von den beteiligten Partnern akzeptiert werden. Aus dem Vorhaben sollen grundlegende Ergebnisse auf Fragen zu den Bereichen Abbruch, Baustoffeigenschaften und Einflüsse auf die Bauwerkserstellung hervorgehen und somit die Basis für die Erarbeitung einer Richtlinie geschaffen werden, welche dann die Wiederverwertung von Baurestmassen für die Neuerstellung von Tragwerken des Massivbaus umfassend regelt.

Recyclingzuschlag 4/16 aus Bauschutt Naturzuschlag

Eine ausführliche Projektbeschreibung liegt hier zum Download im Word 6.0 Fromat bereit (0.38 MB)


Text TH Darmstadt
10.04.99 bearbeitet von
MS